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Aus der Stadt Lüttje Lage: Dichter unter sich
Hannover Aus der Stadt Lüttje Lage: Dichter unter sich
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20:08 15.02.2019
Hans-Peter Wiechers Quelle: HAZ
Hannover

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Viele Menschen möchten bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt mitmachen. Interessengruppen finden sich. Wir wollten auch dabei sein und gingen zu einer Versammlung der hannoverschen Autoren. Die Gastgeberin nahm uns am Eingang beiseite. „Ich glaube, Sie sind die einzigen Sachbuchautoren hier“, raunte sie irgendwie vorwurfsvoll und ich schrumpfte gleich ein Stück. Wieder hatte es in meinem Leben nicht für vorne gereicht, wieder nur dritte Reihe. Nur Sachbuch.

Gleich vorne saßen die Poetry Slammer, erfolgsverwöhnt, bester Laune, laut, eloquent, Witze schleudernd. „Die füllen das Opernhaus“, sagte ich zu meiner Frau, „da ist nicht unser Platz.“ Wir fanden zwei freie Stühle am Eck‘ bei den Krimi-Autorinnen. Von der Höhe ihrer Auflagen nahm uns eine Frauengruppe etwas gelangweilt zur Kenntnis, erhob aber keine Einwände gegen unser Eindringen.

Später dann wurden Forderungen formuliert, die die Autoren in einer Kulturhauptstadt gern realisiert sähen. Eine Gruppe junger Leute, ich vermute vornehmlich Lyriker, machte sich stark für ein Literaturhaus als Coworking Space. Mit Einliegerwohnung. Gott weiß warum.

Ich glaube in so einer Space stehen viele Schreibtische rum. Man kommt einfach so, setzt sich irgendwo hin, legt los und kann viel mit den anderen Coworkern diskutieren. „Schreiben“, sagte ich zu meiner Frau, „ist für mich doch eher eine einsame Beschäftigung.“ George Simenon zum Beispiel hat, wenn er im Zustand der Gnade war, wie er es nannte, in wenigen Tagen einen Roman verfasst. Den durfte dabei sicher kein Coworker anquatschen. Er hätte ihn mit seiner Pfeife erschlagen.

Es ging bei der Versammlung später auch noch um neue Vertriebswege. Einer schlug Brötchentüten vor. Ich protestierte innerlich sagte aber nichts. Ich schreibe schon sehr kurz, aber auf einer Tüte – nein, das ist würdelos. Sei's drum, am Ende will ich mich neuen Ideen nicht in den Weg stellen. Nur, die Kulturhauptstadt und ich – ich denke, das wird wohl nichts.

Hier finden Sie weitere lustige Texte aus unserer Serie.

Von Hans-Peter Wiechers

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