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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: IC 2
Hannover Aus der Stadt

„Lüttje Lage“: IC 2

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20:00 01.07.2019
Lüttje Lage Strebe Quelle: HAZ

Ich bin neulich wieder mal Bahn gefahren. Ich musste nach Oldenburg, ich dachte: Es ist doch viel klüger, den Zug als das Auto zu nehmen, die Staus bei Bremen, und überhaupt, die Umwelt. Ich entschied mich für einen Intercity. Ich freute mich darauf. Beine ausstrecken, bisschen arbeiten, die Natur vor dem Fenster genießen.

Ich stieg ein. Was war das? Das war doch kein IC. Das war ein Regionalexpress.

Ich kenne den Intercity als komfortablen Zug. Und ich kenne den Regionalexpress als Massenpendlerhaltungsgefährt. Ich konsultierte Onkel Google. Tatsächlich, es war doch ein IC, ein Intercity 2, um genau zu sein, den gibt es seit 2015. Ich bin lange nicht in Oldenburg gewesen.

Fühlte sich an wie Regionalexpress

Ich setzte mich in einen der blauen Sitze. Er fühlte sich an wie – nun ja: wie Regionalexpress. Wie der plastiküberzogene Hartschaumstoffkindersitz fürs Auto, den ich letztes Jahr weggeworfen habe, weil ich ihn meinen Enkeln nicht mehr zumuten wollte. Onkel Google behauptete, der IC 2 verfüge über eine Beinfreiheit wie der ICE. Da müssen sie die Beinfreiheit beim ICE aber ganz gewaltig eingeschränkt haben.

Ein Mann setzte sich neben mich. Er war nicht im engeren Sinne korpulent, aber sein Fleisch hatte keine Mühe, seinen Platz zu füllen und in meinen hineinzuragen. Er roch nach einem Aftershave, das mich an den Putzmittelschrank meiner Mutter erinnerte. Doch fürs Abwenden war kein Raum. Er begann, auf seinem Smartphone herumzuarbeiten. Alle paar Minuten rammte er mir dabei seinen Ellenbogen in die Rippen.

Privatsphäre und so

Ich zog mein Jackett aus. Aber wohin damit? Es gab keine Kleiderhaken. Dann entdeckte ich doch welche. Mittig über den Sitzen. Das Jackett hätte vor oder zwischen unseren Köpfen herumgebaumelt. Das war bestimmt Absicht. Die Bahn wollte, dass ich meinen Sitznachbarn nicht sehen musste. Und er mich nicht. Privatsphäre und so.

Ich legte das Jackett auf meinem Schoß zusammen. Ich schloss die Augen und begann, mich nach dem Stau bei Bremen zu sehnen.

Mein Gesprächspartner in Oldenburg warf während unseres Treffens mehrfach mitleidige Blicke auf die Knitterfalten meines Jacketts. Ich war versucht zu sagen: Das ist ein Jackett 2, das trägt man heute so. Aber ich habe den Mund gehalten. Er hat ja auch dezent verschwiegen, dass ich roch wie ein Putzmittelschrank.

Von Bert Strebe

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