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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Linksabbiegen ohne Arm
Hannover Aus der Stadt

Lüttje Lage: Linksabbiegen ohne Arm

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17:47 04.08.2019
Michael Zgoll Quelle: privat

Wenn es nicht rund läuft im Verkehr, sind bekanntlich immer die anderen schuld. Ob Autofahrer, Radler oder Fußgänger, jeder ärgert sich über jeden. Doch um erregungsfrei durch die Stadt zu kommen, muss man sich nur ein wenig in seine Mitmenschen hineinversetzen. Zum Beispiel in Radfahrer, die es vermeiden, einen Fahrtrichtungswechsel nach links in irgendeiner Form anzuzeigen.

Zugegeben, es ist nicht unproblematisch, wenn ein Radler – den man mit dem eigenen Gefährt gerade überholen will – urplötzlich nach links ausschert. Ohne nach hinten zu gucken, ohne den Arm herauszustrecken. Und ja: Derartige Spontanität kann Unfälle provozieren. Doch wissen wir, was diese Menschen im tiefsten Inneren bewegt?

Vielleicht ist dem Mädchen, das vor mir daherrollt und sein Handy ans Ohr presst, gerade mitgeteilt worden, dass die Freundin mit Schwindel im Bett liegt – und diese Schreckensnachricht erfordert nun einen Blitzbesuch inklusive blitzartiger Richtungsänderung. Möglicherweise verzichtet der Mann mittleren Alters, der unvermittelt nach links herüberzieht, konsequent auf das Herausstrecken seines Arms, weil er Angst hat, überholende Radler vom Sattel zu schlagen. Denkbar ist auch, dass die vor mir im Zeitlupentempo nach links driftende Seniorin einen steifen Hals hat und sich nicht mehr umdrehen darf. Ärztlicherseits verordnet.

Nun mag man einwenden, Radler könnten sich ja einen Rückspiegel kaufen. Doch warum? Schließlich ist das laut Straßenverkehrsordnung nicht vorgeschrieben, und was nicht sein muss, kann man ja auch lassen. Zudem sind solche Fahrradspiegel fast unbezahlbar. Kosten um die 20 Euro.

Also, wenn sich das nächste Mal ein Zweiradfahrer als gefährlicher Linksabweichler entpuppt – locker bleiben und Verständnis zeigen. Denn manche Radler können einem einfach nur leidtun.

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Von Michael Zgoll

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