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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Schweigen ist Gold
Hannover Aus der Stadt

„Lüttje Lage“: Schweigen ist Gold

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20:44 21.05.2019
Felix Harbart Quelle: HAZ

Mir ist vergangene Woche die Stimme verloren gegangen. Nicht die zur Europawahl, bewahre, sondern die für den täglichen Gebrauch. Sie entschwand aufgrund eines leichten Halskratzens einerseits und übermäßiger Beanspruchung andererseits, und ab Freitag dann war es mir kaum noch möglich, mich zu äußern. Der Verlust meiner verbalen Kapazitäten fiel zusammen mit einem Familienausflug an die Nordsee, was nicht schlecht passte, wie ich fand. Ich würde dort von Herzen schweigen können.

Zum Beispiel am Strand. Wem hätte man nicht alles etwas zurufen können? Dem Hund beispielsweise, der, wie stets, sofort nach Eintreffen damit begann, sich neben dem Strandkorb ein Loch zu buddeln. Doch statt ihn verbal dafür zu maßregeln, dass er mit seinem weithin fliegenden Abraum die westfälische Familie im Nachbarstrandkorb zu treffen drohte, trat ich schweigend zu ihm hin und drehte ihn in eine ungefährliche Richtung. Oder dem Kind, das beim Einüben sogenannter Hochschüsse drauf und dran war, die Sandburg eines Zwillingspaares aus dem Bayrischen mit seinem Fußball dem Erdboden gleich zu machen. Statt zu brüllen griff ich mir den Ball und lotste den Jungen still an einen weniger belebten Ort.

Man hätte auch jemanden anschnauzen können. Dafür hätte sich der Gastwirt angeboten, der es für das normalste der Welt hielt, dass man sein Essen partout nicht per EC-Karte bezahlen konnte, und der auf einen höflich fragenden Blick ausrief: „Lieber Mann, gegenüber ist eine Sparkasse!“ Es wäre einem schon was dazu eingefallen. Aber was hätte das geholfen? Manches im Leben bleibt lieber ungesagt. Und manches Trinkgeld ungegeben.

Von Felix Harbart

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