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Aus der Stadt Ein bisschen Etikette
Hannover Aus der Stadt Ein bisschen Etikette
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06:00 17.11.2018
Die Lüttje Lage – heute von Hans-Peter Wiechers. Quelle: HAZ
Hannover

Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Wie Prinz Charles. Er lässt sich angeblich jeden Morgen die Schnürbänder bügeln. Aber ist es eigentlich zu viel verlangt, zu bestimmten Anlässen ein wenig, wirklich nur ein wenig Etikette zu wahren? Nehmen wir das Theater. Ich erinnere mich dunkel, dass ich bei meinem ersten Opernbesuch von meinem Vater zu einer Krawatte verdonnert wurde – selbstverständlich gehörte dazu auch ein Einführungskurs in das Binden eines einfachen Windsorknotens. Was ich heute immer noch mit einiger Eleganz beherrsche.

Als ich kürzlich in der Pause am Tresen des Schauspielhauses auf meinen Rotwein wartete, standen vor mir Vater und Sohn (vermutlich). Junior hatte beneidenswert volles Haar, das er als eine Art Gestrüpp trug, mindestens 24 Stunden nicht gekämmt, dazu Cordhosen, die sein großer Bruder nach drei Jahren intensiver Nutzung abgelegt hatte – und alte Turnschuhe. Der Vater – lassen wir das. Ich will hier niemanden verunglimpfen.

Ich senkte den Kopf, schaute auf die Turnschuhe, an deren Spitze sich schon ein kleiner Auslass für den großen Zeh gebildet hatte, und erkannte, dass ich langsam, aber offensichtlich unaufhaltsam zum Dinosaurier werde. Theater ist für mich immer noch etwas Besonderes, irgendwie anders als Kino. Ich achte da doch ein wenig mehr auf meine Garderobe, lässig ist gestattet (man sagt heute wohl casual), aber eben nicht so ganz schluffig. Ich bin schließlich kein Regisseur, die bei uns gern alte Hemden zur Mütze tragen und sowieso unheimlich cool drauf sind.

Aber lassen wir das. Noch ein Jahr, dann übernehmen Frauen das Schauspielhaus. Dann werden die Stücke so mitreißend, dass ich in der Pause nach Atem ringend auf der Sitzbank im Foyer abhänge und mir das Schuhwerk und die Frisuren der anderen Zuschauer herzlich egal sind.

Von Hans-Peter Wiechers

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