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Aus der Stadt Marienburg-Verkauf: Ernst August will „Missverständnisse“ klären
Hannover Aus der Stadt Marienburg-Verkauf: Ernst August will „Missverständnisse“ klären
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00:17 14.12.2018
Ernst August von Hannover. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

Er selbst will die Marienburg für einen Euro an eine Tochter der Klosterkammer verkaufen, sein Vater fordert die Burg jedoch wegen „groben Undanks“ von ihm zurück. Der Deal zwischen den Welfen und dem Land liegt mittlerweile auf Eis. Jetzt hat Ernst August Erbprinz von Hannover sich zu dem Vorgang geäußert.

„Sämtliche Verträge im Rahmen der Lösung für Schloss Marienburg werden selbstverständlich rechtsicher geregelt“, verspricht Ernst August junior. „Nach umfassender erbrechtlicher Prüfung bestehen keinerlei Zweifel daran, dass ich in allen Belangen mit Bezug auf die Immobilien und deren Inventar zum Abschluss der beabsichtigten Verträge berechtigt bin. Für gegenteilige Spekulationen gibt es keine Gründe.“

Der dauerhafte Erhalt von Schloss Marienburg und seiner Kunstschätze für die Öffentlichkeit habe für ihn oberste Priorität. „Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen wurde dafür die bestmögliche Lösung gefunden.“ Sein Vater, der ebenfalls Ernst August von Hannover heißt, fordert von seinem Sohn allerdings die Burg, die er ihm 2004 im Rahmen einer Schenkung übertragen hat, seit mehr als einem Jahr zurück – wegen „groben Undanks“.

Senior begrüßt Stopp

Dass der Deal zwischen den Welfen und dem Land jetzt gestoppt ist, freut Ernst August senior offenkundig: Als „Chef des Hauses Hannover“ begrüße dieser die Entscheidung der Landesregierung, die Übertragung des Familienstammsitzes auszusetzen, erklärte der Salzburger Anwalt des 64-Jährigen. Sein Sohn habe diese „ohne sein Wissen und seine Zustimmung verhandelt“.

Der Sohn hält offenbar an den Plänen zum Kauf der Marienburg fest: „Ich bin gerne bereit, etwaige Missverständnisse aufzuklären und unbegründete Bedenken auszuräumen, um dem langfristigen Erhalt des Schlosses Marienburg und der darin enthaltenen Kunstschätze für die Öffentlichkeit den Weg zu ebnen“, beteuert Ernst August junior. „Mit der Landesregierung stehe ich dazu weiter in direktem Austausch.“

Worum geht es bei dem Familienzwist der Welfen?

Der Zwist zwischen Ernst August von Hannover und seinem gleichnamigen Vater ist ein Adelsdrama, in dem es alte Traditionen, familiäre Spannungen und handfeste finanzielle Interessen geht. Der seit langem schwelende Konflikt eskalierte im Sommer 2017 – kurz vor der Hochzeit des Sohnes mit der aus Russland stammenden Modedesignerin Ekaterina Malysheva. Der Vater forderte öffentlich die Rückgabe jener Güter, die er selbst seinem Sohn 2004 geschenkt hatte – und begründete dies mit „grobem Undank“. Er sehe sich dazu gezwungen, „um den jahrhundertealten Besitz mit wichtigen Kulturgütern zu bewahren“, erklärte er.

Hintergrund: Der Vater hatte seinem Sohn zwar die Besitzungen in Deutschland, darunter die Marienburg, geschenkt. Der Familienbesitz in Österreich wurde jedoch weiter von der Herzog-von-Cumberland-Stiftung verwaltet, an deren Spitze Ernst August senior stand. Im Jahr 2012 soll dieser dort abgesetzt und durch seinen Sohn ersetzt worden sein. Ein Vorgang, der eigentlich nur bei einer Geschäftsunfähigkeit des Vaters zulässig wäre. Dieser fühlte sich hintergangen; es soll um mehrere hundert Millionen Euro und das Anwesen im österreichischen Grünau gehen, auf dem der senior zurückgezogen lebt. Zur Hochzeit seines Sohnes kam er 2017 nicht. Dass er Anspruch auf die Marienburg erhebt, dürfte für das Land eigentlich keine Überraschung sein.

Von Simon Benne

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