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Aus der Stadt Gründer aus Hannover vereinen Honig und Marmelade zu „Marmelonig“
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Marmelonig: Gründer aus Hannover vereinen Honig und Marmelade

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07:30 28.11.2019
Marmelade plus Honig: Anita Kleemann präsentiert ihren „Marmelonig“. Quelle: Foto: Lisa Eimermacher
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Hannover

Die Idee kam Anita und Martin Kleemann auf einer Reise mit der Familie durch Europa. Sie besuchten immer wieder rustikale Märkte, auf denen Honige und Marmeladen nebeneinander verkauft wurden. „Marmelonig“, sagte Martin Kleemann plötzlich im Vorbeigehen. Die Wortschöpfung inspirierte seine Frau Anita. Sie nahm sich vor, irgendwie Honig mit Frucht zu verbinden.

Tochter eines Imkers

Die Tochter eines Imkers kennt sich aus. Sie wuchs im polnischen Głuchołazy mit Bienen auf. Den Geschmack des reinen Honigs mochte sie als Kind aber nicht so recht und langweilte sich oft, wenn sie ihren Vater bei der Arbeit begleitete. Gleichwohl entdeckte sie ihre Faszination für die Bienen. Und nun hat sie aus dem Bienenprodukt in Kombination mit Marmelade einen neuen Brotaufstrich kreiert, der jüngst in den Handel gekommen ist. „Ich habe Lebensmittel schon immer geliebt und wusste, dass ich gerne damit arbeiten möchte“, sagt die 44-Jährige.

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Marmelade plus Honig: „Marmelonig“. Quelle: Lisa Eimermacher

Angefangen haben beide im Herbst 2016 in der eigenen Küche. Dort probierten sie die ersten Mischungen aus und optimierten schließlich das Mischverhältnis: 95 Prozent Blütenhonig und 5 Prozent reines Fruchtsaftkonzentrat. Dieses Gemisch wird weder erhitzt noch gekocht, ist aber trotzdem relativ lange haltbar. Flüssig soll es sein, damit man es in Naturjoghurt und Tee geben oder auch zu Pfannkuchen essen kann. „Marmelonig“ gibt es bisher in den Sorten Himbeere, Erdbeere und Blaubeere.

Produktion in Badenstedt

Anita Kleemann und ihr Mann haben das Unternehmen Kleenfood gegründet, mit dem sie ihren „Marmelonig“ produzieren und vertreiben. Zunächst stellten sie ihn in gemieteten Räumen mehr oder weniger provisorisch selbst her. Dann holten sie einen professionellen Abfüller aus Hamburg ins Boot. Inzwischen steuern die Kleemanns mit zwei Vertriebsprofis in neuen Produktionsräumen in Badenstedt alles selbst – von der Bestellung der Zutaten bis zur Umsetzung ihrer Marketingideen durch Grafiker. Anita Kleemann hat unter anderem ein Praktikum im Projektmanagement bei Bahlsen absolviert. Später arbeitete sie im IT-Controlling. Nun ist sie stolz auf ihre eigene Firma.

Anita Kleemann begutachtet ihren frisch abgefüllten „Marmelonig“. Quelle: Martin Kleemann

Den Akazienhonig, den die Kleemanns verwenden, beziehen sie aktuell aus Rumänien, wo es viele Akazienwälder gibt. Für ihren „Marmelonig“ wollen die Kleemanns ausschließlich europäischen Honig verwenden. Das Produkt aus China zu importieren kommt für sie nicht in Frage, weil sie mit der dortigen Haltung der Bienen nicht einverstanden sind. „Den Honig von dort zu beziehen wäre viel günstiger, auch in Bio-Qualität“, sagt Anita Kleemann. „Aber wir wollen eine gewisse Qualität sicherstellen.“ Deshalb sei der „Marmelonig“ auch etwas teurer als herkömmlicher Honig.

An die Sache glauben

Die anfänglichen Herausforderungen haben sie und ihr Mann überstanden. „Man braucht Durchhaltevermögen und muss an seine Sache glauben“, sagt die 44-Jährige. Das habe sich ausgezahlt. Den „Marmelonig“ gibt es zurzeit in 130 Läden in Hannover, zum Beispiel bei Edeka, zu kaufen – und auch beim Internethändler Amazon. Seit dem 13. November ist das Produkt auch in einem Pop-Up-Store in der Galerie Luise erhältlich, wo zur Weihnachts- und Neujahrszeit Erzeugnisse aus Hannover und der Region angeboten werden.

Die Kleemanns wollen nun noch intensiver für ihr Produkt werben. Erste positive Resonanz gibt es bereits in den Kommentaren auf ihrer Internetseite. „Meine Familie und ich lieben euren fruchtigen Honig“, schreibt eine Kundin. Und die wohnt sogar in Shanghai.

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Marmelade plus Honig: Anita Kleemann ist stolz auf ihren „Marmelonig“. Quelle: Lisa Eimermacher

Von Lisa Eimermacher

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