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Aus der Stadt Austellung „70 Jahre Zuwanderung“ feiert Eröffnung
Hannover Aus der Stadt Austellung „70 Jahre Zuwanderung“ feiert Eröffnung
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14:00 15.02.2019
Austellung „70 Jahre Zuwanderung“ feiert Eröffnung in Mittelfeld
Austellung „70 Jahre Zuwanderung“ feiert Eröffnung in Mittelfeld Quelle: Nele Schröder
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Mittelfeld

„Schließ mich in dein Herz, du liebe Heimat“, singen die Frauen des Chores Heimatmelodie. Ankommen in eine neue Heimat, und gut aufgenommen werden, das ist auch Thema dieser Ausstellung. Im Nachbarschaftstreff Mittelfeld haben sich rund 40 Menschen zusammengefunden um die Schau „70 Jahre Zuwanderung – eine Spurensuche in Mittelfeld“ feierlich zu eröffnen.

Wie ein Tourist durch Mittelfeld

Auf 24 Informationstafel berichten verschiedene Zugewanderte davon, wie sie nach Mittelfeld gekommen sind. Das Ziel der Ausstellung soll Interessierten die 70-jährige Zuwanderungsgeschichte des Stadtteils darbieten. Erstellt hat die Tafeln Daniela Gingrich, die unvoreingenommen an dieses Thema herangehen wollte. „Ich habe versucht, wie ein Tourist durch den Stadtteil zu gehen“, erinnert sich Gingrich. „Dabei habe ich Menschen auf der Straße angesprochen, an fremden Türen geklingelt und bin in alle möglichen Läden gegangen.“ Dabei habe sie außerordentliches Vertrauen erlebt. „Ich habe viele interessante Gespräche gehabt und tolle Menschen kennengelernt“, sagt sie.

Neben der Ausstellungsmacherin war auch die Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner anwesend. In ihrer Begrüßungsrede skizzierte Kellner die Historie: „Zuwanderung gab es in Mittelfeld von Anfang an. Bis heute kommen immer wieder Menschen mit diversen Hintergründen an.“ Kellner spricht auch von den Engpässen in der Infrastruktur und der Finanzierung, die der Stadtteil immer wieder zu überwinden wusste. Ihr Fazit: „Mittelfeld hat Integrationspotential. Hier kann ich in Amerika sein, oder in Vietnam oder in Russland. Manchmal alles zusammen. Und das dann auch noch auf einem christlichen Weihnachtsmarkt.“

Rund 40 Menschen schauten sich die Ausstellungswerke an. Quelle: Nele Schröder

Nach den Begrüßungsworten konnten sich die Anwesenden die Tafeln genauer anschauen. Die Ausstellung folgt keinem roten Faden, jede Tafel steht für sich und kann unabhängig von den anderen betrachtet werden. Dabei erhält der Zuschauer einen umfassenden Eindruck in das Mittelfeld der Vergangenheit, mit Bildern aus teils privaten Sammlungen. Die Besucher der Vernissage stehen lange vor den einzelnen Tafeln, sie beginnen Unterhaltungen über die eigenen Erinnerungen an den Stadtteil.

Am Ende ist die Geschichte der Zuwanderung in Mittelfeld noch lange nicht. „Ich würde die Geschichte als Puzzle bezeichnen, dem noch viele Teile hinzuzufügen sind“, sagt Gingrich.

Die Ausstellung ist montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Am Freitag, 15. Februar, werden Geschichten und Erlebnisse zum Thema „Zuwanderung nach Mittelfeld“ im Nachbarschaftstreff Mittelfeld, Am Mittelfelde 104, ausgetauscht. Geladene Gäste und Ausstellungsmacherin Daniela Gingrich erzählen um 17 Uhr von ihren Erfahrungen vor 70 Jahren und suchen das Gespräch mit den Besuchern. Diese sind herzlich eingeladen, nach Anregung durch die Ausstellung, von persönlichen Erlebnissen zu erzählen. Der Eintritt ist frei.

Von Nele Schröder