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Aus der Stadt Rockmusikstiftung kauft Bunker für neues Musikzentrum
Hannover Aus der Stadt Rockmusikstiftung kauft Bunker für neues Musikzentrum
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06:00 07.04.2019
So könnte es aussehen: Entwurf des geplanten Musiktechnik-Museums im Rundbunker am Weidendamm. Quelle: Deutsche Rockmusik Stiftung
Nordstadt

Die Pläne für ein Zentrum zur Geschichte und Zukunft der Musiktechnik im Rundbunker kommen voran. Die Deutsche Rockmusikstiftung hat dazu zwei Grundstücke von zusammen gut 1000 Quadratmetern an der Kopernikusstraße (Ecke Weidendamm) von der Stadt erworben. „Wir wollen auch noch das kleine Stück Straße dazwischen kaufen“, berichtet Holger Maack, Geschäftsführer des Musikzentrum Hannover und der Rockmusikstiftung. Im Bezirksrat Nord stellte er jetzt die aktuellen Planungen vor. Christian Peters von der städtischen Wirtschaftsförderung betont, die Erschließung für die übrigen Anlieger bleibe bestehen. Die Traditionsfirma Waagen-Dettmar, bisher Mieter auf dem städtischen Grund, zieht um. Die Stadt hatte die Firma erst sehr spät über die Veränderungen informiert, nun aber bei der Suche nach einem neuen Platz geholfen.

Hannover hat eine lange Tradition in der Musiktechnik, angefangen bei Emil Berliner und der Schallplatte“, sagt Maack. Von da ausgehend soll das Zentrum in die Zukunft starten. Geplant ist eine große Ausstellungsfläche mit Exponaten aus der Vergangenheit, dabei wichtige Stücke aus dem Langenhagener EDC-Presswerk. Das Wort Museum lehnen die Initiatoren jedoch ab. Mindestens genauso viel Raum sollen Gegenwart und Zukunft einnehmen. Die Rede ist von Musiklaboren, in denen Musiker komponieren und zukünftige Entwicklungen vorwegnehmen. „Heute wird gestreamt, in zehn Jahren macht das vielleicht kein Mensch mehr.“ Um vorne dabei zu sein, wolle man Fachleute aus der ganzen Welt nach Hannover holen, kündigt Maack an.

Der Bunker bekommt einen Aufsatz

Bisher läuft das Projekt unter dem Namen Deutsches Zentrum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Musiktechnik. 4,6 Millionen Euro gibt der Bund, rund 150.000 Euro das Land Niedersachsen. „Wir sind stolz darauf, wie viel Fördergeld wir eingeworben haben“, sagt der Stiftungschef. Auf den markanten Rundbunker wollen die Initiatoren weitere zwei bis drei Stockwerke setzen, den Bau außerdem komplett entkernen und Fenster einlassen. „So, wie er jetzt ist, wird er nicht mehr lange aussehen.“ Das ist möglich, weil der Bunker nicht unter Denkmalschutz steht.

Aktuell planen Architekten den Umbau des Bunkers sowie Anbauten. Ziel ist es, Mitte des Jahres den Bauantrag einzureichen. Die Bauphase ist bisher für 2020 und 2021 geplant, die Eröffnung 2022. „Ich glaube allerdings nicht, dass wir das schaffen“, räumt Maack ein.

Imbissbude gerettet

Gekauft hat die Rockmusikstiftung von der Stadt auch das Grundstück Weidendamm 26. Bisher steht dort der beliebte und viel besuchte Imbiss „Donatos“. Angesichts der direkten Nachbarschaft zum Entwickungsgelände am alten Hauptgüterbahnhof hatte sich Betreiber Piero Donato Vitullo seit Jahren Sorgen um den Bestand seiner Bude gemacht. Die Stiftung hat das 250-Quadratmeter-Gelände, auf dem auch Garagen stehen, nun mit der Auflage gekauft, dem Imbissbetreiber in einem Neubau Räume zu angemessenen Konditionen zu vermieten. „Wir wissen es zu schätzen, dass es eine gute Lösung für den Imbiss gibt“, betont SPD-Fraktionschef Robert Nicholls.

Die Stiftung will in dem Neubau Zimmer für Musiker und Techniker aus aller Welt vorhalten, in denen sie für drei Monate wohnen und arbeiten. Diese „Artists in Residence“ sollen in Hannover ihre Arbeit vorantreiben. Im Erdgeschoss sollen Übungsräume sowie Büroarbeitsplätze zum Mieten in einem Coworking-Space entstehen. Und vielleicht essen die Künstler ja auch mal eine Currywurst bei „Donatos“.

Von Bärbel Hilbig

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