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Aus der Stadt Hannover wird Botschafter für die Fête de la Musique
Hannover Aus der Stadt Hannover wird Botschafter für die Fête de la Musique
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17:23 17.01.2019
In Hannover ist die Fête de la Musique seit Jahren beliebt. Das Musikzentrum will die Idee stärker verbreiten. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

In Hannover gehört die Fête de la Musique zu den besonders beliebten Aktionen. Einmal im Jahr bevölkern – immer am 21. Juni zum Sommeranfang – hunderte Musiker und Sänger die Innenstadt, treten an vielen Ecken Laien und auch Profis kostenlos auf, manche spontan und kurz entschlossen. Das Musikzentrum Hannover will die sympatische Idee, die ursprünglich aus Frankreich stammt, nun noch weiter in Deutschland verbreiten. Rund 50 Orte bundesweit feiern bisher die Fête. Weltweit gehören wohl mehr als tausend Städte zum Netzwerk. Ganz genau weiß das niemand.

„Das ist eine sehr emotionale Veranstaltung und wir wollen die Botschaft weitertragen. Menschen machen öffentlich Musik und feiern sie damit“, sagt Gunnar Geßner. Das Musikzentrum hat deshalb seit Herbst die Rolle eines Lizenzgebers für deutsche Veranstalter übernommen. Bisher hat sich die Berliner Kulturmanagerin Simone Hofmann darum gekümmert, die die Fête de la Musique in den Neunzigerjahren in Frankreich erlebte und dann den wesentlichen Anstoß für die Verbreitung in Deutschland gab. Die teilnehmenden Orte verpflichten sich auf eine gemeinsame Charta und dürfen dafür das etablierte Logo nutzen. Kostenfrei und für jeden Besucher zugänglich soll die Fête sein, außerdem die Vielfalt der Musik und den europäischen Zusammenhalt fördern.

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„Wir beraten Kommunen und Initiativen, die das Musikfest veranstalten wollen und müssen einschätzen, ob sie es ernst meinen und auch schaffen können“, erklärt Sabine Busmann vom Musikzentrum. Neben Stadtverwaltungen melden sich auch Privatleute bei Busmann. Im Dorf Heckenbeck, das zu Bad Gandersheim gehört, will der Kulturverein aktiv werden und Musiker auf die Straße holen. In der sächsischen Kleinstadt Oederan haben sich der Kultur- und Kunstverein und die Oederaner Blasmusikanten zusammengetan. „Wenn der Fête-Termin auf ein Wochenende fällt, ist das Interesse meist größer“, berichtet Geßner. So wie dieses Jahr, in dem der 21. Juni günstig an einem Freitag liegt.

Anders als in Frankreich, wo die Fête seit 1983 fest verwurzelt ist, machen in Deutschland manche Kommunen nur ein einziges Mal mit, andere sind erst seit wenigen Jahren dabei. In Hannover läuft die Fête bereits seit 20o8, mit 16 Bühnen und offiziellen 40 Standorten gehört sie zu den größten in Deutschland. „Die Fête ist das größte Livemusik-Event an einem Tag in Niedersachsen. Hannover kann damit werben“, meint Busmann. Und das Ganze passe gut zu Hannover als Unesco City of Music.

Es ist also stimmig, dass Hannover nun auch Botschafter für die Fête wird. Diesen Donnerstag haben sich die deutschen Veranstalter zum ersten Mal gemeinsam im Musikzentrum getroffen. Vertreter aus rund 20 Städten wie Leipzig, Quedlinburg, Dresden, Chemnitz, Rostock, Magdeburg und Erlangen tauschen sich dabei aus. „Wir wollen voneinander lernen. Und den Musiktag in Westdeutschland populär machen“, sagt Busmann. Denn die Ostdeutschen gehören längst zu den engagierten Fans der Feier. Manche Kommunen dort ließen sich vom nahen Berlin inspirieren, andere Veranstalter entdeckten im Ursprungsland Frankreich den Charme des spontanen Musikfests.

Die meisten Veranstalter, oft Kulturvereine, wollen die Wirtschaft stärker einbeziehen, stellt sich nun heraus. „Viele wünschen sich, dass ihre Stadtverwaltung das Fest so unterstützt wie Hannover. Wir haben da Vorbildfunktion“, berichtet Busmann. Das Musikzentrum bekommt vom Bund einmalig 25.000 Euro für das Treffen und die Weiterentwicklung der Idee. Die Beratung läuft ehrenamtlich.

Bei dem Treffen geht es auch um Sicherheitskonzepte. Und um die Frage, warum der Deutsche Musikrat und der Verband der Musikinstrumente-Branche SOMM im Juni eigene Musiktage veranstalten. „Das ist eigentlich bizarr. Wir wollen diese drei Initiativen zusammenbringen“, sagt Geßner. Vielleicht klappt es dann ja mit einem großen Traum der Musiker: dass der 21. Juni zum Feiertag wird – wie in Frankreich.

Von Bärbel Hilbig

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