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Aus der Stadt NPD-Aufmarsch und acht Gegendemos: Polizei sperrt Straßen und richtet Halteverbote ein
Hannover Aus der Stadt

NPD-Aufmarsch in Hannover: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

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14:31 19.11.2019
Die Polizei bereitet sich wegen der NPD-Demo auf einen Großeinsatz vor. Quelle: Archiv
Hannover

Großeinsatz wegen rechter Kundgebung: Bei der Polizei laufen die Vorbereitungen für die von der rechtsradikalen Partei NPD geplante Demonstration in Hannovers Südstadt auf Hochtouren. Am Sonnabend, 23. November, werden nämlich nicht nur rund 150 Neonazis von der Mainzer Straße aus über den Altenbekener Damm entlang des Maschsees zum Aegidientorplatz marschieren. Erwartet werden laut Polizei auch mehr als 1000 Teilnehmer von insgesamt acht Gegendemos.

Die NPD-Aktion richtet sich gezielt gegen den Journalisten Julian Feldmann, der seit Längerem über die rechte Szene berichtet und deswegen angefeindet wird. Sie richtet sich inzwischen auch gegen den namentlich genannten David Janzen, den Sprecher des Braunschweiger Bündnisses gegen rechts und gegen den Fotografen André Aden. Als Redner auf dem Dietrich-Kittner-Platz werden nach Angaben der NPD unter anderem Sven Skoda, von der rechtsextremen Partei Die Rechte als auch Nikolai Nerling erwartet, der im Internet als „Der Volkslehrer“ gegen Juden hetzt und Verschwörungstheorien verbreitet.

Lesen Sie auch: Die Recherchen des Julian Feldmann

Geschäftsleute sind über Großeinsatz informiert

Im Vorfeld der Veranstaltungen hat die Polizei bereits Geschäftsleute und Händler auf die Situation und einen bevorstehenden Großeinsatz hingewiesen. Denn: Es werden seitens der Behörde in der Südstadt und in der Innenstadt erhebliche Verkehrsbehinderungen erwartet.

Damit die Versammlungen möglichst störungsfrei ablaufen können, will die Polizei alle Demonstrationen mit Einsatzkräften begleiten. Aus diesem Grund werde nach derzeitiger Planung entlang einiger Straßenzüge in der Zeit von Freitag, 22. November, um 20 Uhr bis Sonnabend, 23. November, um 20 Uhr, beidseitig ein Halteverbot eingerichtet, gibt die Polizei bekannt.

Sperrungen und Demonstrationsverlauf:

Betroffen davon sind vor allem Bereiche der Strecke, auf der die Neonazis marschieren wollen: Laut Versammlungsbehörde der Polizeidirektion Hannover startet die NPD-Versammlung um 14.30 Uhr in der Südstadt am Dietrich-Kittner-Platz. Anschließend ziehen die Rechtsradikalen über die Mainzer Straße, Altenbekener Damm, Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, Kurt-Schwitters-Platz, Willy-Brandt-Allee und Friedrichswall zum Aegidientorplatz. „Gegebenenfalls müssen noch weitere Halteverbote eingerichtet werden“, kündigt ein Polizeisprecher an. Alle Verbote sollen demnach aber frühzeitig mit Verkehrsschildern angekündigt werden.

Polizei rät: Nicht mit Autos in die Innenstadt fahren

Die Polizei Hannover bittet auch ausdrücklich alle Besucher der Innenstadt, am Tag der Demos auf Kraftfahrzeuge zu verzichten und öffentliche oder alternative Verkehrsmittel zu nutzen. Denn: „Über den Tag verteilt müssen auch zahlreiche Straßen – darunter auch einige Hauptverkehrsstraßen – im Stadtgebiet gesperrt werden“, teilt die Polizei mit. Deshalb werde es bis in die Abendstunden hinein zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen wird. Betroffen sind von den Sperrungen laut Polizei auch einige Üstra-Buslinien.

Informationen zu den Versammlungen und zu den damit verbundenen Sperrungen gibt es am Sonnabend von 8 Uhr an über das Bürgertelefon der Polizei unter Telefon (0511) 14252.

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