Nach Hochzeitskorso in Hannover: Wohnung eines 25-Jährigen durchsucht
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Nach Hochzeitskorso in Hannover: Wohnung eines 25-Jährigen durchsucht

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18:53 23.01.2020
Der Hochzeitskorso, bei dem der 25-Jährige mitgemacht haben soll, wurde im Oktober 2019 in Hannover-Badenstedt gestoppt. An Bord des BMW entdeckten die Ermittler damals eine Schreckschusswaffe.
Der Hochzeitskorso, bei dem der 25-Jährige mitgemacht haben soll, wurde im Oktober 2019 in Hannover-Badenstedt gestoppt. An Bord des BMW entdeckten die Ermittler damals eine Schreckschusswaffe. Quelle: dpa
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Hannover/Garbsen

Die Polizei hat am Donnerstag die Wohnung und das Auto eines 25-Jährigen in Garbsen-Berenbostel durchsucht. Der Mann steht im Verdacht, im Oktober 2019 während eines türkischen Hochzeitskorsos in Hannover-Badenstedt Schüsse aus seinem BMW abgegeben zu haben. Fündig wurden die Beamten bei der jetzigen Razzia allerdings nicht. Pikant: Die Ermittler hatten die Waffe schon damals sichergestellt, sollten sie dem 25-Jährigen aber später wieder zurückgeben.

In den frühen Morgenstunden durchforsteten die Beamten das Wohnhaus des jungen Mannes, um die Schreckschusspistole zu finden. Auch der Wagen des Deutsch-Syrers sei unter die Lupe genommen worden. „Der während des Hochzeitskorsos abgefeuerte Schreckschussrevolver konnte allerdings nicht gefunden werden“, sagt Polizeisprecherin Heilmann.

Verbotenes Messer entdeckt

Aber dennoch gab es für den 25-Jährigen keine guten Nachrichten: Statt der Pistole entdeckten die Beamten eine zur Waffe passende Patronenhülse sowie ein verbotenes Messer. „Beides wurde sichergestellt“, sagt Heilmann. Deshalb werde nun noch wegen eines zusätzlichen Verstoßes gegen ihn ermittelt. Der 25-Jährige habe darüber hinaus Angaben gemacht, wo sich die Schreckschusspistole derzeit befinde. „Das wird nun geprüft“, sagt Heilmann.

Doch was führte überhaupt zur jetzigen Durchsuchung? „Die Staatsanwaltschaft hat den Fall neu bewertet“, erklärt Heilmann. „Sie stufte den Hochzeitskorso als öffentliche Veranstaltung ein.“ Somit sei die Pistole verbotenerweise im Rahmen dieses Ereignisses eingesetzt worden. Im Oktober war lediglich vom Schießen und vom Mitführen einer Schusswaffe die Rede.

Stadt hatte Rückgabe veranlasst

Nur drei der mutmaßlich 30 Fahrzeuge konnte die Polizei am 19. Oktober am Soltekampe stoppen, in jedem wurde eine Waffe gefunden – darunter auch im BMW M4 des 25-Jährigen. Da der damals noch in Hannover lebende Verdächtige aber den benötigten Kleinen Waffenschein besitzt, veranlasste die Waffenbehörde der Landeshauptstadt laut Heilmann trotz laufender Ermittlungen die Rückgabe der Pistole. Aufgrund des neuen Wohnortes ist diesbezüglich nun die Region zuständig.

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