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Aus der Stadt Anwohner drohen mit Klage gegen MHH-Pläne
Hannover Aus der Stadt

Neubau in Hannover: Anwohner drohen mit Klage gegen MHH-Projekt

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15:00 18.06.2019
Anwohner fürchten, dass der Grünstreifen nördlich der MHH zumindest teilweise durch eine Straße ersetzt werden könnte. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Das Land und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) setzen große Hoffnung in den geplanten Bau einer hochmodernen Klinik, bei in der Nähe wohnenden Bürgern sorgen die Pläne für erhebliche Unruhe. Jetzt drohen Anwohner sogar mit einer Klage gegen den Neubau, sollten die bei einer Informationsveranstaltung vorgestellten Pläne verwirklicht werden.

Es geht um eine geplante Straße, die auf einer Karte direkt nördlich der MHH verzeichnet ist. Diese Karte wurde von der MHH vor rund einem Monat bei einer Informationsveranstaltung für die Bürger präsentiert. Die Straße soll, davon sind die Anwohner überzeugt, den gesamten Verkehr zwischen der Karl-Wiechert-Allee und dem Gelände der künftigen MHH-Klinik am Stadtfelddamm übernehmen. Die Carl-Neuberg-Straße, die mitten durch das derzeitige MHH-Gelände führt, soll mittelfristig stillgelegt werden.

Grünstreifen wäre von Straße betroffen

Betroffen von einer neuen Straße wäre der Grünstreifen nördlich des MHH-Geländes. „Der Bau der Straße durch oder an dem Grünstreifen wäre ein unzulässiger Eingriff in ein seit vielen Jahren gewachsenes Biotop“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Wenn der Grünstreifen bebaut wird, klage ich“, kündigt sie an. „Hier sagen sich Hase und Igel gute Nacht“, ergänzt ihr Ehemann.

Es handele sich um einen „absolut vermeidbaren Eingriff in ein seit vielen Jahren gewachsenes Biotop mit zahlreichen schützenswerten Pflanzen- und Tierarten“, erläutert die Juristin. Außerdem würden die Anwohner nördlich des Geländes durch eine Straße erheblich mit Verkehrslärm und Emissionen belastet. Die Anwohnerin verweist auch auf die Mitarbeiter der anliegenden Firmen, die den Grünzug als Fuß- und Radweg in die Stadt und als Naherholungsgebiet nutzen. Sie geht davon aus, dass eine Straße eher im Grünzug als auf dem MHH-Gelände gebaut werden würden. Denn dort müssten für eine Straße Gebäude abgerissen werden.

Anwohner: Carl-Neuberg-Straße nutzen

„Mit der Carl-Neuberg-Straße besteht bereits jetzt eine voll erschlossene, funktionsfähige Straßenverbindung zum Neubau der MHH“, sagt sie. Für die Baustellenzeit könnten die beiden Fußgängerbrücken abgerissen werden, dann könnte die Straße während der Bauphase und anschließend „dauerhaft als Hauptverkehrsader“ genutzt werden.

Die MHH wolle den Verkehr von Rettungsfahrzeugen, Patienten und Besuchern, Mitarbeitern und Studenten sowie der Logistik trennen, sagt Sprecher Stefan Zorn. „Angesichts der Engstelle an der zentralen Hauptzufahrt“ soll es künftig dezentrale Zufahrten auf den Campus geben, um Staus und Parksuchverkehr auf dem Campus zu vermeiden, erläutert der Sprecher.

Bisher kein Plan, nur eine Vision

Außerdem soll eine am „nördlichen Grünzug orientierte Straße“ gebaut werden, die bis zur Karl-Wiechert-Allee führt. Zorn betont, dass es sich dabei um eine Vision handele, ein genauer Verlauf dieser Straße stehe nicht zur Diskussion. Nötig sei die Zustimmung der Stadt, auch „alle Anwohner würden an einem solchen Verfahren adäquat beteiligt“, sagt Zorn. Derzeit gebe es keine konkreten Planungen, gegen die ein Anwohner klagen könnte. Zorn kündigte an, die MHH werde die Nachbarn auch über die nächsten Planungsschritte informieren.

Von Mathias Klein

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