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Aus der Stadt Verhindert der Laubfrosch das Neubaugebiet Schwarze Heide?
Hannover Aus der Stadt Verhindert der Laubfrosch das Neubaugebiet Schwarze Heide?
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15:46 25.02.2019
Nördlich der A 2 könnte eines der größten Neubaugebiete Hannovers entstehen. Quelle: Villegas
Hannover

Im Norden der Stadt soll eines der größten Neubaugebiete Hannovers entstehen – so hat es der Rat beschlossen. Doch das Vorhaben könnte sich jetzt erheblich verzögern oder sogar kippen, weil sich im Mehrheitsbündnis Streit anbahnt. Die SPD will das 50 Hektar große Areal nahe der Siedlung Schwarze Heide möglichst rasch bebauen, doch die Grünen treten auf die Bremse. Sie sehen seltene Arten wie den Laubfrosch gefährdet und fordern ihre Partner von SPD und FDP auf, ein Naturschutz-Gutachten auf den Weg zu bringen. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir den Antragsentwurf der Grünen zurückweisen“, heißt es aus der SPD.

SPD: „Planungen sollen schnell beginnen“

Das mögliche Baugebiet liegt westlich der Stelinger Straße und nördlich der Autobahn 2. Der Rat hat auf Initiative der SPD die Stadtverwaltung bereits aufgefordert, das Areal zu entwickeln. Derzeit befinden sich auf dem Landstrich überwiegend Ackerflächen. „Wir würden uns wünschen, dass die Planungen möglichst schnell beginnen“, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Denn damit werde nicht nur dringend benötigter Wohnraum geschaffen, auch für das benachbarte Viertel Schwarze Heide ergäben sich neue Chancen. „Dann würde es sich endlich lohnen, dort eine Kita zu bauen“, sagt Kelich. Womöglich habe auch die Nachbargemeinde Langenhagen Interesse, sich an den Planungen zu beteiligen. Der SPD-Mann geht davon aus, dass auf dem Gelände etwa 1500 Wohnungen entstehen könnten.

Grüne: „Natur nicht einfach aufgeben“

Bei den Grünen kommen die Pläne weniger gut an. „Ich bin der Ansicht, dass ein derart naturschutzrechtlich relevantes Gebiet nicht einfach aufgegeben werden sollte“, sagt Grünen-Umweltexperte Mark Bindert. Daher setze man sich jetzt für ein Naturschutz-Gutachten ein, das der BUND oder ein anderer unabhängiger Naturschutzbund erstellen solle. Tatsächlich hüpft der streng geschützte Laubfrosch auf dem Grundstück herum, ebenso wie seltene Grashüpfer- und Libellenarten. Dennoch gilt das Areal weder als Natur- noch als Landschaftsschutzgebiet. Prinzipiell könne das Grundstück als Baugebiet ausgewiesen werden, sagte ein Regionssprecher kürzlich auf HAZ-Nachfrage.

Der Haltung der Grünen bleibt zwiespältig. Schließlich hoben sie ebenfalls die Finger, als im Rat über das Neubaugebiet abgestimmt wurde. Das sei eher zähneknirschend passiert, heißt es jetzt aus den Reihen der Ökopartei. Bedauerlicherweise habe man sich innerhalb der Fraktion zu wenig abgestimmt.

Gibt es genügend Grundstücke für Wohnungsbau?

Die Grünen hoffen nun, mit ihrer Forderung nach einem Naturschutz-Gutachten Zeit zu gewinnen. Sie argumentieren, dass es derzeit in Hannover nicht an Grundstücken für Wohnungsbau mangele, schließlich müsse das Bauamt in den kommenden Jahren erst einmal die bereits ausgewiesenen Flächen abarbeiten. Dafür spricht, dass die Stadt die Kündigung von Kleingärten zwecks Wohnungsbau vorerst zurückgestellt hat – weil es derzeit genug Grundstücke gibt.

Von Andreas Schinkel

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