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Aus der Stadt Die Schulbibliothek: Ein Ort des Schmökerns
Hannover Aus der Stadt

Neue Schulbibliothek im Gymnasium Limmer: Ein Ort des Schmökerns

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16:32 19.12.2019
Ingo Siegner und Nina Weger (ganz rechts) bei der Eröffnung der Schulbibliothek im Gymnasium. Quelle: Foto: Lisa Eimermacher
Limmer

Die drei Schüler tauchen in die Fantasiewelt von Meggie und Mo ein, als sie einen Ausschnitt aus Cornelia Funkes berühmtem „Tintenherz“ vorspielen. „Bücher sind so wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten“, zitiert der Junge, der Mo spielt. Mit ihrer kleinen Vorführung aus dem bekannten Buch weihen die Schüler des Gymnasiums Limmer die neue Schulbibliothek ein.

„Die Bibliothelk soll ein Ort des Schmökerns, der Begegnung und der Ruhe sein, an dem wir uns alle gerne treffen“, sagt Schulleiterin Wencke Hedderich in ihrer Einweihungsrede.

Maßgeblich am Aufbau der Bibliothek beteiligt waren die Arbeitsgruppe Schulbibliothek, die aus Lehrkräften, Eltern, Kindern und Ehrenamtlichen besteht, sowie die Schüler-AG. Nina Reinecke ist Hauptorganisatorin und Lehrerin für Deutsch sowie Werte und Normen. Sie leitet die Arbeitsgruppe Schulbibliothek und die Schüler-AG. „Selbst in den höheren Jahrgängen, in denen die Begeisterung für das Lesen oftmals normalerweise abnimmt, hat es nach wie vor einen großen Stellenwert“, sagt Reinecke.

„Ein riesiger Schritt“

Die Eröffnungsfeier der neuen Schulbibliothek im Gymnasium Limmer

Schirmherrin der neuen Schulbibliothek ist Kinderbuchautorin Nina Weger, die am Ende des Schultages vor der ganzen Schule aus ihrem Roman „Als mein Bruder ein Wal wurde“ vorgelesen hat. Die Bibliothek sei ein „riesiger Schritt für die Leseförderung“, sagt die Autorin. In ihrer Rede bei der Eröffnungsfeier bezieht sie sich auf eine norwegische Studie. Demnach mache es einen Unterschied, ob man etwas auf gedrucktem Papier oder in digitaler Form auf einem Display lese. Die Merkfähigkeit und die Reflexion des Gelesenen seien wesentlich höher, wenn man ein Buch mit gedruckten Seiten gelesen hat. Man vermute, dass es mit dem Prozess des Umblätterns zu tun habe, fasst die Kinderbuchautorin zusammen.

„Es ist das Schönste, was es gibt, sich in anderen Welten zu bewegen“, sagt Nina Weger. Es sei wichtig zu lesen, weil man Standpunkte anderer Menschen nachvollziehen könne. „Es macht uns toleranter und empathisch, und letztlich glaube ich, dass man durch das Lesen von Geschichten eine bessere Welt erschaffen kann“, sagt die Schriftstellerin.

„Lesen ist wie Kino im Kopf“

Pate für die Schulbibliothek ist Ingo Siegner aus Hannover, ebenfalls Kinderbuchautor. Er enthüllt die von ihm gestaltete Spendenwand. Erster Sponsor war der Förderverein des Gymnasiums Limmer. Spenden erreichen die Schule in monetärer Form und als Sachspenden. Inzwischen stehen 2000 Euro für die Anschaffung neuer Bücher zur Verfügung. Zudem wurde vorab eine „Geburtstagskiste“ mit Geschenkvorschlägen in vier Lindener Buchläden aufgestellt. Darin befanden sich Bücher, die sich die Schüler für den Bestand ihrer Bibliothek gewünscht hatten.

Die Auswahl an Lesematerial stellt sich aus verschiedenen Themengebieten zusammen: von Philosophie über Sport, Heimwerken, Politik, Medizin, Musik, Pädagogik, englischsprachige Literatur bis hin zu Fantasyromanen. „Lesen ist wie Kino im Kopf – nur stiller“ ist in großen roten Lettern am Fenster der Bibliothek zu lesen.

Ab sofort ist die Bibliothek von Dienstag bis Donnerstag in der siebten Stunde für die Schüler geöffnet. Donnerstags kann die Bibliothek außerdem von der AG und flexibel im Fachunterricht genutzt werden. Geplant ist, dass die Bibliothek zukünftig auch in den Pausen geöffnet sein soll.

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Von Lisa Eimermacher

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