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Aus der Stadt Glocksee-Mitbegründerin wird Namensgeberin bei Straßenumbenennung
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Nordstadt/Linden: Glocksee-Mitbegründerin wird Namensgeberin bei Straßenumbenennung 

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12:47 12.07.2019
Der bisherige Wickopweg verbindet Nordstadt und Linden. Quelle: Katrin Kutter
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Nordstadt/Linden

Der Wickopweg bekommt einen neuen Namen. Der Fuß- und Radweg, eine wichtige Verbindung zwischen Nordstadt und Linden, erinnert künftig an Doris Krammling-Jöhrens, eine Mitbegründerin der alternativen Glockseeschule. Das hat der Bezirksrat Nord jüngst auf Vorschlag von SPD und Grünen einstimmig und bindend beschlossen: Die Entscheidung über Straßennamen liegt bei den Bezirksräten, es sei denn, eine Straße führt durch mehrere Stadtbezirke. „Wir haben im Stadtbezirk Nord bisher erst zwei Straßen, die Namen von Frauen tragen“, erklärt Grünen-Fraktionschef Stefan Winter.

Wickop hat aktiv im NS-System mitgewirkt

Bisher ist der Weg nach Walther Wickop benannt, einem Architekten und Professor an der Technischen Hochschule Hannover. Der wissenschaftliche Beirat der Stadt zur Überprüfung von Straßennamen hatte im November 2018 in seinem Abschlussbericht eine Umbenennung empfohlen. Der Beirat rät das immer dann, wenn der namensgebenden Person eine „aktive Mitwirkung in einem Unrechtssystem zuzuschreiben ist“. Konflikte durch die Änderung des Straßennamens sind nicht zu erwarten: An dem Weg gibt es keine Anwohner.

Walther Wickop war am 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten, im November 1933 unterzeichnete er das „Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“. Von 1941 bis 1943 war Wickop Dekan der Fakultät für Bauwesen der TU, aus der später die Leibniz-Universität Hannover hervorging. Gleichzeitig hatte der Architekt Anteil an Planungen im „Generalplan Ost“, der auf die Eroberung von Teilen Osteuropas abzielte, dabei die Vertreibung der Bevölkerung vorsah sowie Morde in Kauf nahm. Der wissenschaftliche Beirat der Stadt kommt zu dem Schluss, dass Wickop für sein eigenes berufliches Fortkommen aktiv politisch Andersdenkenden und rassisch Verfolgten schadete.

Würdigung für Schulgründerin Doris Krammling-Jöhrens

Der Weg verläuft von der Herrenhäuser Allee in der Nähe der Leibniz-Universität durch den Georgengarten zur Dornröschenbrücke. Die Glockseeschule lag ursprünglich nicht weit entfernt. Die Reformschule entstand im ehemaligen Gebäude des Fuhramts an der Glocksee in der Calenberger Neustadt. Die Pädagogin Doris Krammling-Jöhrens gründete sie 1971/72 gemeinsam mit dem hannoverschen Soziologen Oskar Negt sowie den Pädagogen Albert Ilien und Thomas Ziehe. Krammling-Jöhrens (1947 bis 2011) arbeitete bis 2009 als Lehrerin an der städtischen Schule, die bereits lange in Döhren beheimatet ist.

Im Stadtbezirk Nord wird der Doris-Krammling-Jöhrens-Weg die dritte nach einer Frau benannte Straße sein. Über das Gelände des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs führt seit Kurzem die Gertrud-Knebusch-Straße, außerdem gibt es in Vinnhorst den Degenerweg. Die Grünen hatten sich die Anregung für ihren Vorschlag aus der städtischen Broschüre „Bedeutende Frauen in Hannover“ geholt.

Von Bärbel Hilbig

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