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Aus der Stadt 96-Fans und Linksextreme prügeln sich in der Nordstadt
Hannover Aus der Stadt 96-Fans und Linksextreme prügeln sich in der Nordstadt
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17:01 24.02.2019
Auch ein Wasserwerfer steht einsatzbereit in der Nordstadt. Quelle: Heidrich
Hannover

Im Vorfeld des Heimspiels von Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt ist es am Sonntagmorgen in der Nordstadt zu einer Auseinandersetzung gekommen. Wie die Polizei mitteilt, sind an der Lutherkirche zwei Gruppen aufeinander losgegangen. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um die Kontrahenten zu trennen. 60 Beteiligte wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, um ihre Identität feststellen zu können. Über die Zahl der Verletzten liegen derzeit noch keine Informationen vor.

96-Ultras und Linksautonome beteiligt

Entgegen erster Angaben spricht die Behörde jetzt nicht mehr von linken und rechten Ultras, die in die Prügelei verstrickt waren, sondern von einer Gruppe von Linksautonomen aus der Nordstadt und rund 60 sogenannter Problemfans von Hannover 96. Die Ultras hatten sich vor der Kneipe Werner`s an der Lutherkirche getroffen.

Diesen Zettel hatten die Betreiber der Kneipe Werner`s an die Tür gehängt. Quelle: Hilbig

Die Bar hatten sie für einen Geburtstags-Frühschoppen gemietet. Davon hatten die Linken offenbar Wind bekommen und im Internet zu Protesten gegen das Treffen aufgerufen. Die Betreiber der Gaststätte sahen sich gezwungen, den Frühschoppen kurzfristig abzusagen. Sie hängten einen Zettel an die Tür und ließen ihr Lokal verschlossen. „Wir führen hier einen gastronomischen Betrieb, für den wir Verantwortung tragen und sicherstellen müssen, dass eine politische Neutralität für alle gewahrt bleibt“, heißt in dem Schreiben. Mit Bedauern müsse deshalb die geplante Veranstaltung abgesagt werden.

In Hannovers Nordstadt haben sich Anhänger von Hannover 96 und Linksautonome eine Schlägerei geliefert.

Während die Problemfans noch vor der Kneipe standen, wurden sie von den Linksautonomen angegriffen. Zeugen verständigten die Polizei. Die Beamten waren schnell zur Stelle. Auch ein Wasserwerfer war vor Ort. Die linksautonomen Angreifer flüchteten. Die Polizei verhängte gegen die rund 60 Problemfans ein Aufenthaltsverbot für den Bereich. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt. Ob und wie viele von ihnen später das Heimspiel der Roten besuchten, ist unklar. „Der Vorfall zeigt die Gewaltbereitschaft der Ultra-Szene“, sagt Alexander Zimbehl, Niedersachsens Landesvorsitzender der Deutsche Polizei-Gewerkschaft (DPolG). Zudem mache die vereitelte Auseinandersetzung deutlich, welch einen großen Kräfte-Einsatz der Polizei ein ganz normaler Sonntags-Bundesligaspieltag erfordere. Zimbehl lobte auch die örtliche Behörde: „Die Polizei in Hannover war gut aufgestellt.

Immer wieder politischer Streit in der Fanszene von Hannover 96

Seit Monaten gibt es in der Fankurve von Hannover 96 Streitigkeiten zwischen den Ultras und linken Gruppierungen. Linksautonome wolle einen Rechtsruck in der aktiven Fanszene ausgemacht haben und hatten darauf mit Veröffentlichungen im Internet und auf Handzetteln aufmerksam gemacht. Bereits vor dem Heimspiel der Roten gegen Düsseldorf im Dezember war es zu einer Schlägerei gekommen. Die heutige Auseinandersetzung steht möglicherweise damit im Zusammenhang. 96-Stadionchef Thorsten Meier weist die Vorwürfe der linken Szene zurück. „Es gibt keine rechten Tendenzen im Klub, das haben weder unsere Fanbeauftragten noch die Polizei festgestellt“, sagte er am Sonntag der HAZ. Meier weist auf die vielen Projekte des Vereins hin. „Wir haben den Arbeitskreis 96-Fans gegen Rassismus und viel weiteres Engagement in diese Richtung, das ist uns auch wichtig“, sagte er.

Auf der Fahrt zu dem Einsatz in die Nordstadt sind an der Ecke Vahrenwalder Straße/Philipsbornstraße zwei Streifenwagen zusammengestoßen. Dabei sind zwei Polizisten schwer, fünf weitere leicht verletzt worden.

Von Tobias Morchner

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