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Aus der Stadt Wohnungsgenossenschaft Woge bietet seit 30 Jahren günstige Mieten
Hannover Aus der Stadt

Nordstadt: Wohnungsgenossenschaft Woge bietet seit 30 Jahren günstige Mieten

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12:47 12.07.2019
Gute Adresse: Kirsten Klehn, Friedhelm Birth und Ulrich Müller vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Woge vor dem Haus Im Moore 35. Quelle: Samantha Franson
Nordstadt

Die Angst vor steigenden Mieten war in der Nordstadt schon einmal ein großes Thema. 1986 machte die Stadt das Viertel zum Sanierungsgebiet, damit sich Wohn- und Lebensverhältnisse verbesserten. Mancher sah dabei vor allem Risiken: Schönere Straßen und Plätze, dazu sanierte Häuser, würden Wohnungskäufer anlocken und Preise nach oben treiben.

50 000 D-Mark Startkapital

„Die Woge ist damals angetreten, die besondere Mischung von Leuten im Stadtteil zu erhalten“, erzählt Kirsten Klehn, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Woge Nordstadt. Studenten, Senioren, Familien und Einwanderer sollten sich das Leben in der Nordstadt weiter leisten können. Dafür wollten einige Aktive langfristig günstigen Wohnraum sichern. Wohneigentum sollte nicht Einzelnen, sondern einer Gemeinschaft gehören. Anfang 1988 gründeten sie dafür eine Genossenschaft, ein Jahr später, also vor 30 Jahren, wurde die Woge offiziell ins Genossenschaftsregister eingetragen. Das Kapital belief sich am Anfang auf bescheidende 50 000 D-Mark. „Gekauft haben die Anteile Leute, die diese Idee gut fanden“, berichtet Friedhelm Birth, ebenfalls ehrenamtlicher Woge-Vorstand.

Doch es war zunächst zäh, bis die neue Gruppe an ihr erstes Haus kam. 1990 konnte die Woge ein Mehrfamilienhaus am Edwin-Oppler-Weg in Erbpacht von der Stadt übernehmen. Bei der notwendigen Sanierung arbeiteten die Mieter selbst mit, die Stadt förderte die Modernisierung über einen Fonds. Die Woge sicherte den neuen Genossenschaftsmitgliedern über längere Zeit niedrig bleibende Mieten zu. Ein Modell, das auch in anderen Häusern zum Tragen gekommen ist.

Engagierte Hausgemeinschaften entstehen

„Die Mieter und Genossen stecken bei der Sanierung sehr viel Energie in diese Gebäude. Dabei entstehen engagierte Hausgemeinschaften“, sagt Kisten Klehn, von Beruf Stadtplanerin. Wenn Mieter in Eigenarbeit Putz abschlagen oder Böden verlegen, ist die Bindung an das Haus danach meist eng. Die Arbeitsleistung entspreche rund 10 000 Euro, schätzt Klehn. „Die Mieter gehen dabei ein Risiko ein, denn mancher zieht vielleicht bald wieder aus.“ Die meisten bleiben jedoch in ihrem Genossenschaftshaus.

Rund 50 Prozent ihrer Gebäude hat die Woge mit Eigenleistung der Bewohner modernisiert. Manchmal dauert das sehr lange, wie bei dem Gründerzeithaus Im Moore 35. Die Genossenschaft kaufte es bereits 1993, abgeschlossen war die Sanierung erst 2008. Die Woge übernahm aber auch bereits sanierte Gebäude von der Stadt inklusive der Sozialwohnungsmieter. Teils mischen sich in den Häusern Genossenschaftler, die mitsaniert haben, und Menschen, die das Wohnungsamt schickt.

Stadt belegt die Sozialwohnungen

Für mehr als 80 Prozent der Woge-Wohnungen kann die Stadt aufgrund ihrer Förderung noch das Belegrecht ausüben. In den meisten Häusern läuft sie in den kommenden Jahren aus. „Wir haben in unserer Satzung aber das Ziel, auch dauerhaft günstige Mieten anzubieten“, betont Woge-Vorstand Ulrich Müller. Die Durchschnittsmiete im Wohnungsbestand der Genossenschaft beträgt 5,13 Euro pro Quadratmeter. Im Mietspiegel 2017 für Hannover ist die Nordstadt als gute Wohnlage mit mittleren Mieten zwischen 6,81 und 12,08 Euro klassifiziert.

Heute gehören der Woge 229 Wohnungen und 13 Gewerbeeinheiten in 28 Gebäuden auf 22 Grundstücken in der Nordstadt. Einzelne Häuser hat sie sogar neu gebaut. Aus den Einnahmen für die Wohnungsverwaltung kann die Genossenschaft 1,5 Stellen für Mitarbeiter finanzieren.

In den vergangenen Jahren kam jedoch nichts mehr zum Bestand hinzu. Die Woge bemüht sich um Mietshäuser, die zum Verkauf stehen, auch um Teile von Wohnbauarealen. Angesichts überhöhter Verkaufspreise derzeit allerdings ohne Chancen, sagt Friedhelm Birth, selbst Architekt. „Wir wollen Häuser nachhaltig sanieren und angemessene Mieten bieten.“

Von Bärbel Hilbig

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