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Aus der Stadt RCDS und SPD: Die politische Vergangenheit des Belit Onay
Hannover Aus der Stadt

Oberbürgermeister-Wahl: Grünen-Kandidat Onay war eine Zeit lang SPD-Mitglied

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12:29 30.10.2019
Belit Onay, Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Hannover und Landtagsabgeordneter, war nicht immer bei den Grünen. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Er ist Kandidat der Grünen für das Amt des Oberbürgermeisters in Hannoverund geht durchaus aussichtsreich in die Stichwahl am 10. November: Belit Onays politische Karriere begann allerdings als Schüler bei der SPD. Während des Studiums schloss er sich dann einem christlich-konservativen Studentenverband an. Was bisher nicht bekannt war, erzählte Onay am Dienstag der HAZ. Der Grünen-Kandidat geht nicht davon aus, dass ihm die Informationen im Kampf um das Rathaus schaden werden. Wer die entsprechenden Informationen zuvor im Internet gestreut hat, könnte das aber durchaus beabsichtigen.

Onay saß für RCDS im Hochschulparlament

Onay hat nach eigenen Angaben im Wintersemester 2004/05 als Jura-Student an der heutigen Leibniz-Universität in Hannover fürs Hochschulparlament kandidiert – auf einer Liste des konservativen RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten). Die Liste habe den Namen „RCDS und friends“ gehabt, erklärte Onay. Er sei wegen seiner Hilfe für internationale Studierende angesprochen worden – und angetreten, weil einige Mitstreiter Freunde von ihm gewesen seien. Darunter auch Sebastian Lechner, der heute wie Onay im Landtag sitzt, allerdings für die CDU.

Onay saß nach eigenen Angaben ein Jahr für den CDU-nahen RCDS im Hochschulparlament, war aber kein Mitglied. Er stehe zu seiner „politischen Suchbewegung“, sagte der Grünen-Politiker. „Das spricht dafür, dass ich pragmatisch bin.“ Er habe keine Berührungsängste mit Parteien aus dem demokratischen Spektrum, auch nicht mit der CDU. „Brücken kann nur bauen, wer nicht angstvoll am eigenen Ufer stehen bleibt.“

Mitgliedschaft in der SPD wegen Sigmar Gabriel

Die Mitgliedschaft als Schüler bei der SPD begründete Onay vor allem mit der „Lichtgestalt Sigmar Gabriel“. In seiner Heimatstadt Goslar habe es nichts anderes gegeben, sagt der Sohn einer türkischen Gastarbeiterfamilie. Wie lange er in der SPD war, daran kann sich Onay nicht genau erinnern. Er habe keine Funktion innegehabt und sei nur ein oder zwei Mal bei Mitgliederversammlungen gewesen.

Seine politische Heimat fand Onay ab 2008 bei den Grünen. Damals leitete er das Büro der Landtagsabgeordnete Filiz Polat. „Das passte super gut“, sagte Onay. Bei Polat habe er gemerkt, dass die Grünen mit ihren Themen für ihn die richtige Partei seien. Am 10. November tritt Grünen-Mitglied Onay in der Stichwahl gegen den parteilosen Eckard Scholz an, hinter dem die CDU steht.

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Von Marco Seng

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