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Aus der Stadt Brandanschlag: Vier PKK-Anhänger vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Brandanschlag: Vier PKK-Anhänger vor Gericht
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15:27 12.12.2018
Sie sollen an den Brandanschlägen beteiligt gewesen sein: Mohammed O. (v.l.), Sabri K., Khaled K. und Nabi M. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

 Unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen hat der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Celle am Mittwoch in Hannover ein Staatsschutzverfahren gegen vier junge Männer eröffnet. Die Syrer Nabi M. (23), Sabri K. (24) und Mohammed O. (21) sowie der Iraker Khaled K. (22) sind angeklagt, am 13. März 2018 um 2.35 Uhr in Garbsen versucht zu haben, zwei Geschäfte von türkischstämmigen Inhabern mithilfe von Pflastersteinen und Molotowcocktails in Brand zu stecken. Mit dieser Tat wollten die vier Angeklagten laut Generalstaatsanwaltschaft die Zielsetzungen der als terroristische Vereinigung eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützen; so waren deren Sympathisanten im März europaweit aufgerufen worden, gegen die türkische Militäroffensive rund um die Stadt Afrin in Nordsyrien zu protestieren.

Auf diese Läden in Alt-Garbsen wurden Molotowcocktails geworfen.

Nabi M. und Sabri K. müssen sich vor dem Staatsschutzsenat unter Vorsitz von Richter Ralf Günther noch für eine weitere Straftat verantworten. Sie sollen zwei Tage vor dem Anschlag in Garbsen versucht haben, in Hannover einen VW-Multivan in Brand zu stecken. Laut Anklage legten sie am 11. März um 4.40 Uhr vor die Reifen des in der Ricklinger Straße (Linden) geparkten Kleinbusses – der mit einem „Atatürk“- Aufkleber versehen war – Grillanzünder und steckten diese an. Doch durch das Feuer, das die Täter per Video filmten und später im Internet veröffentlichen wollten, wurden die Reifen lediglich versengt; der Sachschaden lag bei gut 1700 Euro. Auch mit dieser Aktion, so trug Oberstaatsanwältin Katharina Sprave vor, wollten die Angeklagten die Kampfbereitschaft der PKK demonstrieren.

Der Brandanschlag in der Garbsener Sandstraße endete aufgrund glücklicher Umstände ebenfalls glimpflich. So wurde die Dreifach-Verglasung der Schaufensterscheiben eines Cafés und eines Mobilfunkgeschäfts durch die Pflastersteinwürfe zwar eingedellt und aufgesplittert, jedoch entstanden keine großen Öffnungen, durch die die Molotowcocktails ins Innere der Läden hätten fliegen können. Drei Brandsätze detonierten auf dem Gehweg vor den Geschäften und richteten an den Fassaden relativ geringe Schäden an, eine der explosiven Flaschen schleuderten die vermummten Täter auf ein Vordach. Auch diese Taten soll einer der Angeklagten gefilmt haben.

Zeugen erstickten Feuer

Als ein mit Fahrgästen besetztes Taxi die Ladenzeile in der Sandstraße passierte, flohen die Brandstifter. Durch das beherzte Eingreifen mehrerer Zeugen konnten die Flammen rasch erstickt werden. Hätten die Täter die Geschäfte großflächig in Brand gesetzt, wären auch benachbarte Wohngebäude und eine Moschee gefährdet gewesen. Die Überwachungskamera eines ebenfalls zur Ladenzeile gehörenden Backshops zeichnete das Treiben der vermummten Täter auf; die Polizei fand in der Umgebung Zettel mit den Worten „G.L. Afrin“.

Wegen Platzmangels in Celle findet das bis April 2019 mit 19 Sitzungen terminierte Verfahren im Gebäude des Landgerichts Hannover statt. Bei der Verhandlung am Mittwoch kam es zu keinerlei Störungen; neben neun Zuschauern saßen neun Justizwachtmeister im Saal. Die Sitzung dauerte nur eine Stunde, weil einer der etatmäßigen Verteidiger verhindert war. Jedoch kündigten die Anwälte der drei anderen Angeklagten für den kommenden Montag namens ihrer Mandanten Verteidigererklärungen an; ob die Angeklagten auch persönlich auf Fragen des Gerichts antworten werden, ist noch offen.

Von Michael Zgoll

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