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Aus der Stadt Ohnmächtiges Rathaus: Die Stadt steckt beim Ihme-Zentrum im Dilemma
Hannover Aus der Stadt Ohnmächtiges Rathaus: Die Stadt steckt beim Ihme-Zentrum im Dilemma
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20:14 06.04.2019
Die Zukunft ist wieder ungewiss: Das Ihme-Zentrum am Flussufer. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Im Nachhinein klingen die Sätze hohl: Langfristig wolle man sich am Standort Hannover und beim Ihme-Zentrum engagieren, hatte der Eigentümer Intown 2015 versprochen. Und auch noch im vergangenen Jahr war das Unternehmen bereit, sich auf mehrjährige, detaillierte Verpflichtungen einzulassen, wann und wie der Gebäudekomplex saniert und aufgewertet werden soll. Mit der jetzigen Ankündigung Intowns, das Ihme-Zentrum verkaufen zu wollen, ist alles das hinfällig geworden. Der Investor hat sich als Spekulant entpuppt, und saniert wurde bislang wohl nur sein Konto.

Hannover ist enttäuscht von Intown

Entsprechend groß ist nun die Enttäuschung in Hannover. Noch im Mai verpflichtete sich die Stadt per Vertrag mit Intown dazu, 20 Jahre lang Ankermieter in der Riesenimmobilie zu bleiben, während das Unternehmen im Gegenzug umfangreiche Sanierungsarbeiten versprach. Damals glaubte die Stadt, endlich Sicherheit und Beständigkeit in die wechselvolle Geschichte des Ihme-Zentrums zu bekommen. Diese Hoffnung hat sich nun als verfrüht, vielleicht sogar naiv erwiesen.

Rätselraten um die Motive der Civitas Property Group

Dass das beim Nachfolgeunternehmen, der Civitas Property Group, grundlegend anders ist, ist schwer zu glauben – vielleicht wird sogar alles noch schlimmer. Die Hoffnung, die Baustelle Ihme-Zentrum endlich in den Griff bekommen zu haben, schwindet rasant. Für die Stadtverwaltung, die viel Kraft und Zeit in die Ausarbeitung der Verträge gesteckt hat, ist das eine herbe Schlappe. Doch wie groß ist ihre Schuld daran?

Grafitti, Bauzäune und verrammelte Türen und Fenster – um das Ihme-Zentrum wieder attraktiver werden zu lassen, wäre viel zu tun. Ein Rundgang durch den umstrittensten Gebäudekomplex Hannnovers.

Einen Sinneswandel des Investors kann Hannovers Rathausspitze nicht verhindern, ebenso wenig, dass der Eigentümer das Objekt überraschend verkauft. Der einzige Hebel, den Hannover in diesen Verhandlungen stets hatte, ist ihr Status als Ankermieter. Zieht die Stadt aus dem Ihme-Zentrum aus, dürfte sich niemand finden, der eine vergleichbar große Zahl an Büros mieten würde. Und wenn die Büros leer stehen, fährt das Gebäude kein Geld ein. Über dieses Szenario lässt sich Druck aufbauen – zumindest ein bisschen.

Stadt steckt beim Ihme-Zentrum in einem Dilemma

Die Stadt steckt in einem Dilemma: Ein Rückzug der Verwaltung aus dem Gebäude wäre sicher ein Befreiungsschlag, birgt allerdings erhebliche Risiken – denn danach hätte das Rathaus auch sein letztes bisschen Einfluss auf die Entwicklung des Ihme-Zentrums verloren. Sicher ist: Auch beim neuen Eigner muss sie den Druck aufrecht erhalten, die Sanierung fristgerecht weiterzuführen. Immerhin sind Strafzahlungen in Millionenhöhe vereinbart, wenn das nicht geschieht.

Ob das den neuen Eigentümer mehr beeindruckt als den alten? Wer das hofft, wie der Oberbürgermeister das öffentlich tun muss, muss ein sonniges Gemüt haben.

Von Heiko Randermann

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