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Aus der Stadt Besucherrekord: So schön war das Osterfest im Großen Garten
Hannover Aus der Stadt Besucherrekord: So schön war das Osterfest im Großen Garten
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17:02 22.04.2019
Osterspaziergang in den Herrenhäuser Gärten, Sophie (5) und Julian (9) Osterspaziergang in den Herrenhäuser Gärten, Sophie (5) und Julian (9) Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Tulpen entfalten ihre Farbenpracht, Springbrunnen funkeln in der Sonne und als Osterhasen verkleidete Studenten verteilen Süßigkeiten – der Osterspaziergang im Großen Garten gehört für viele Hannoveraner zur Tradition. Wenn dann noch bestes Wetter hinzukommt, verzeichnen die Herrenhäuser Gärten einen Besucherrekord: Mehr als 10.000 Menschen genossen die sonnige Stimmung am Ostersonntag. „Bei gutem Wetter hatten wir bisher etwa 9000 Besucher“, sagt Anja Kestenus, Sprecherin der Herrenhäuser Gärten. Insbesondere Familien ließen sich den Ausflug in den Barockgarten nicht entgehen, denn für Kindern gab es viele Spielangebote. Dass sich der Garten in seiner ganzen Pracht zeigte, war angesichts der Trockenheit keine Selbstverständlichkeit. „Wir mussten die Beete gut wässern, damit die Frühjahrsblumen auf den Punkt erblühten“, sagt Kestenus.

Schon am Eingang grüßt der Frühling

Gleich am Eingang werden Gäste auf den Frühling eingestimmt. Der Fürstliche Blumengarten hinter dem gläsernen Arne-Jacobsen-Foyer erstrahlt in rosa. Ein paar Schritte weiter, auf der weiten Fläche vor dem Schloss Herrenhausen steht ein Hubsteiger für schwindelfreie Besucher bereit. Der ausfahrbare Arm des Geräts befördert eine schmale Aussichtsplattform 40 Meter in die Höhe. Von oben wirkt der Garten keineswegs überfüllt – trotz Rekordbesucherzahlen. „Es verteilt sich alles ganz gut“, sagt Kestenus.

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Am Ostersonntag sind die Herrenhäuser Gärten ein beliebtes Ausflugsziel. Bei bestem Wetter erfreuen sich Besucher an Pflanzen und diversen Attraktionen.

Kinder bewundern echte und verkleidete Küken

Gleich neben dem Hubsteiger bekommen Kinder Küken zu sehen. „Die sind ja echt“, entfährt es einem kleinen Jungen. Landwirt Henning Dormann hat die frisch geschlüpften Tiere von seinem Hof aus Horsten nahe Bad Nenndorf mitgebracht. „Alle stammen von glücklichen Hennen“, sagt er. Die Hühnerrassen haben klangvolle Namen, etwa Rebhuhnfarbige Italiener oder Grünleger. Ebenso exotisch muten die Farben der Eierschalen an – von hellgrün bis dunkel gesprenkelt.

Im Großen Garten laufen weitere „Küken“ herum. Die 22-jährige Alena trägt ein flauschig-gelbes Ganzkörperkostüm, das an Bibo aus der Sesamstraße erinnert. „Ganz schön heiß hier drin“, sagt die Auszubildende zur Umweltschutztechnikerin. Wenn es ihr zu viel werde, dürfe sie eine Pause einlegen. Kleine Kinder kommen auf sie zu gerannt und vergraben ihr Gesicht im pelzigen Stoff. „Manche haben auch Angst und fangen an zu weinen“, sagt Alena.

Eierlaufen schon in Barockzeit beliebt

Für größere Kinder halten Verena und Volker Stahnke vom Büro für Naturetainment Spiele auf der Wiese neben den Aussichtsterrassen bereit. „Eierlaufen wurde schon zur Barockzeit gespielt“, sagt Verena Stahnke. Damit es spannender wird, müssen die Kinder mit ihrem Löffel in der Hand durch ein Gewirr von Bambusstangen steigen, auf einem am Boden liegenden Seil balancieren und durch einen Reifen klettern. Auch Crocket, ein Rasenspiel mit Holzschlägern und vielen Toren, darf im königlichen Garten nicht fehlen. „Damit haben sich schon die Fürsten vergnügt“, sagt Stahnke.

Erzählerin trägt Märchen vor

Abseits des Trubels schlägt Märchenerzählerin Kerstin Tümmel ihre Zuhörer in den Bann. Frei und mit Betonung an den richtigen Stellen trägt sie ihre Geschichten vor. „Die sollten etwa eine Viertelstunde dauern“, sagt Tümmel. Ein Kind will das Märchen von Hänsel und Gretel hören. Das gehe leider nicht, erwidert die Erzählerin, denn die Geschichte würde eine dreiviertel Stunde in Anspruch nehmen. „Dann bekommt ihr Schwielen am Po“, sagt Tümmel.

Für manche Kinder ist der Garten selbst die Attraktion. „Das Duschen hat mir am besten gefallen“, sagt der sechsjährige Leon. Sein Opa lächelt. Damit meine Leon den feinen Nebel, den manche Springbrunnen versprühen. „Das ist bei der Hitze eine prima Abkühlung“, sagt Leon.

Von Andreas Schinkel