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Aus der Stadt Auswirkungen der Stellwerk-Panne noch am Montag
Hannover Aus der Stadt Auswirkungen der Stellwerk-Panne noch am Montag
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10:06 14.01.2019
Der Ausfall eines Weichenstellwerks bringt den Betrieb am Hauptbahnhof durcheinander. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen hat am Sonntagnachmittag ein Stellwerksschaden den Zugverkehr rund um Hannover lahm gelegt. Tausende Reisende saßen stundenlang in Zügen und auf Bahnsteigen fest, während rund drei Stunden lang kein Zug den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt anfahren konnte. Stattdessen steuerten Fernzüge alternativ die Bahnhöfe in Laatzen, Lehrte oder Wunstorf an. Der S-Bahn-Verkehr kam völlig zum Erliegen.

Nach gut drei Stunden begannen gegen 19 Uhr die ersten Züge wieder vom und zum Hauptbahnhof zu fahren. Laut Bahn wird es aber noch bis Betriebsschluss zu Verspätungen von bis 60 Minuten und Teilausfällen kommen. Vor allem die Strecke Hannover-Wunstorf ist stark beeinträchtigt. Am Abend kam die Meldung, dass es Stellwerksstörungen auch in Langenhagen und Seelze gebe. Betroffen sind die Linien S4 und S5. Auch am Montagmorgen müssen Reisende am Hauptbahnhof noch mit einzelnen Zugausfällen im Fernverkehr rechnen, weil Züge nach der Panne schlicht nicht dort sind, wo sie sein sollten, wie ein Sprecher der Bahn in Berlin sagte. Am Vormittag hatte sich der Bahnverkehr dann weitgehend normalisiert.

Der Zwischenfall erinnert an einen Stellwerksschaden am 2. Dezember des Vorjahres. Damals hatte ein Kabelbrand dazu geführt, dass der hannoversche Hauptbahnhof ebenfalls stundenlang nicht angefahren werden konnte. Während damals das Stellwerk in der Lindemannallee Auf der Bult betroffen war, ereignete sich der Defekt dieses Mal in einem sogenannten Unterstellwerk am Hauptbahnhof.

Wegen eines Defekts im Stellwerk konnte am Sonntag der komplette Hauptbahnhof Hannover stundenlang nicht mit Zügen angefahren werden. Hier die Bilder.

Wie damals klagten auch jetzt wieder viele Fahrgäste über die mangelhafte Informationspolitik der Bahn. Andere ärgerten sich, dass Ratschläge von Bahnmitarbeitern sie in Sackgassen führten. Zahlreiche Fernreisende etwa folgten dem Tipp, vom Hauptbahnhof mit der Stadtbahn zum Messebahnhof Laatzen zu fahren – nur, um dann dort fest zu sitzen. Kurios: Ein voll besetzter ICE konnte dort lange Zeit nicht abfahren, weil kein Lokführer zur Stelle war. Auch in Lehrte kam es zu Unmut unter den Fahrgästen.

Viele Reisende stiegen auf Taxen, Mietwagen oder Fernbusse um. Die Üstra ließ Bahn-Kunden unentgeltlich ihre Stadtbahnen benutzen. Außerdem richtete die Bahn nach gut zwei Stunden einen Ersatzbus-Service am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ein.

Was ist jetzt zu tun?

Die Interessenvertretung Pro Bahn forderte am Sonntag Konsequenzen aus dem neuerlichen Störfall. Der niedersächsische Landesvorsitzende Björn Gryschka sieht ein Problem in der Zentralisierung der Stellwerke. Hannover sei einer der fünf wichtigsten Knotenpunkte in Deutschland, sagt Gryschka. Allerdings seien diese elektronischen Stellwerke damit immer häufiger überfordert. „Die Bahn muss allgemein wieder mehr in die Robustheit ihrer Systeme investieren“, sagte Gryschka. Außerdem fordert er für Hannover ein neues Konzept für derartige Notfälle. Die Ausweichbahnhöfe lägen einfach zu weit auseinander – und teils zu weit vom Hauptbahnhof entfernt.

Die Ereignisse des Sonntagnachmittags können Sie noch einmal in unserem Ticker nachlesen:

Unser Live-Ticker

  • 13.01.19 18:32
    Ein ICE fährt auf Gleis 16 in Laatzen ein. Aus München, nach Hamburg. vermutlich. Keine Anzeige, kein Personal, das Auskunft gibt. „Ich steig da jetzt ein“, sagt ein Mann in mäßig wettergerechter Jacke. Immerhin ist es im Zug warm.
  • 13.01.19 18:17
    Nach wie vor ist der Bahnsteigkoordinator schwer gefragt.
  • 13.01.19 18:15
    Public Viewing mal anders: Die Anzeigetafel ist nach wie vor der Treffpunkt im Laatzener Messebahnhof.
  • 13.01.19 18:15
    Eine Infotafel gibt den Reisenden Auskunft über ihre Rechte im Fall einer Störung.
  • 13.01.19 18:08
    Eine koreanische Firma hat einen Reisebus gechartert, um Domotex-Aussteller nach Düsseldorf zu bringen. „Ich habe noch vier Stunden Lenkzeit heute“, sagt der Busfahrer, „dann muss ich anhalten, und alle müssen mit Taxis weiter. Könnte knapp werden.“
  • 13.01.19 18:06
    Die ersten Züge erscheinen auf der großen Anzeigetafel in der Haupthalle.
  • 13.01.19 18:01
    Deutsche Bahn erklärt Störung für behoben.
  • 13.01.19 18:01
    Flughafen Langenhagen: Valentina Moliboga (links) und Jutta Schlecht kommen gerade vom einwöchigen Ägypten-Urlaub zurück. „Wir fahren jetzt erst einmal mit dem Bus, dann müssen wir sehen, wie wir nach Hameln kommen“, sagt Valentina. Für die jungen Frauen setzt sich eine kleine Serie fort: Schon bei der Anreise ließ sie die Bahn im Stich: „Der Zug hatte in Weetzen gebrannt und wir mussten auch in einen Bus umsteigen.“
  • 13.01.19 17:59
    Busse fahren jetzt auch vor dem Hauptbahnhof ab.Die Hilfsorganisation wie die Johaniter oder die Malteser stellen Busse bereit.
  • 13.01.19 17:58
  • 13.01.19 17:55
    Lange Schlangen noch immer vor dem Reisezentrum der Bahn im Bahnhof.
  • 13.01.19 17:54
    Er fährt! Er fährt!
  • 13.01.19 17:52
    Ausgebucht: Die Autovermieter im Bahnhof machen gutes Geschäft.
  • 13.01.19 17:49
    In Laatzen schwanken die durchgesagten Verspätungsangaben zwischen 60 und 130 Minuten. Marco aus Hamburg will jetzt über Stralsund nach Hause fahren.
  • 13.01.19 17:48
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