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Aus der Stadt Tausende Besucher strömen zur Reitermesse Pferd und Jagd
Hannover Aus der Stadt

Pferd und Jagd: Tausende Besucher strömen zur Reitermesse in Hannover

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17:13 08.12.2019
Die Pferdevorführungen sind für viele Besucher ein Hingucker. Quelle: Andreas Schinkel
Hannover

Die Vorfreude ist riesig unter den Tausenden Besuchern, die bereits am Sonnabendmorgen vor dem Eingang zur Messe Pferd und Jagd warten. „Ich will mir vor allem die Pferdevorführungen ansehen“, sagt die 15-jährige Saskia aus Minden. Die 23-jährige Katharina aus Verden, begeisterte Reiterin mit einem Pflegepferd, will ein bisschen stöbern und schauen, ob sie Spielzeug für ihren Hund und neue Reitstiefel findet. Dann geht es los. Die Türen öffnen sich und die Menschen strömen auf das Messegelände.

Der Besucherandrang war bereits weit im Vorfeld der Hallen zu spüren – bei der Anfahrt zum Messegelände. Die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) hatte wegen des zu erwartenden Besucherandrangs zwar ab dem Seelhorster Kreuz auch den Standstreifen freigegeben. Laut VMZ kam es am Vormittag trotzdem bereits ab dem Weidetorkreisel zu stockendem Verkehr.

Tausende Besucher strömen morgens in die Hallen der Messe Pferd und Jagd. Quelle: Andreas Schinkel

Lesen Sie auch: Anreise zur Pferd und Jagd sorgt für Stau am Sonnabend

1000 Aussteller zeigen alles rund ums Reiten, Jagen, Fischen

1000 Aussteller in den Hallen auf dem hannoverschen Messegelände zeigen alles rund ums Reiten, Jagen und Fischen. Es ist nach Veranstalterangaben die größte Messe ihrer Art in Europa. Insgesamt rechnet man mit gut 100.000 Besuchern. In den Hallen 16 und 26 werden auf mehreren Bahnen etliche Pferdeshows geboten. Dressurreiter zeigen ihre Künste, zudem geben Pferdeexperten Tipps für Haltung, Pflege und Fütterung. Für Kinder gibt es in Halle 17 einen Parcours mit Ponys.

Kinder können ihre Geschicklichkeit auf dem Rodeo-Einhorn testen. Quelle: Andreas Schinkel

Lesen Sie auch: Die „Nacht der Pferde“ begeistert 3500 Fans auf dem Messegelände

Fotostrecke: Bilder der Aussteller und der Pferdeshows

Ein Rundgang auf der Reitermesse Pferd und Jagd 2019.

Vegane Sättel: Öko-Bewusstsein in der Reiterszene

Auch unter den Ausstellern war die Vorfreude auf den besucherstarken Sonnabend groß. „Freitag war es schon recht voll, aber heute erwarten wir noch mehr Besucher“, sagt Maike Scherdin von der Firma Reitzeuch aus Petersberg bei Fulda am Vormittag. Sie will vor allem gerne ihre außergewöhnlichen Sättel präsentieren. „Wir haben einen veganen Sattel“, sagt sie. Er sei aus Kunstleder gefertigt. Auch in der Reiterszene herrsche inzwischen ein ökologisches Bewusstsein. Bei den flauschigen Lammfellen, die Sattelgurte abpolstern, werde auf Zertifizierung geachtet. „Damit soll gewährleistet sein, dass die Felle ohne Tierleid produziert worden sind“, sagt Scherdin.

Maike Scherdin und Sylvia Edixhoven von der Firma Reitzeuch präsentieren ihre Sättel, unter anderem vegane Modelle. Quelle: Andreas Schinkel

Reiten ist nicht nur mit lebenden Vierbeinern möglich. Das beweist eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die in der Showarena ihre Reitkünste mit dem Steckenpferd vorführt. Was ein bisschen wie Kinderspiel anmutet, ist in anderen Ländern, etwa Finnland, eine Sportart auf Wettkampfniveau – Hobby Horsing genannt. Die „Reiter“ springen mit ihren Stäben zwischen den Beinen über Hindernisse und Gräben. Die Kinderformation aus Meersburg, die sich an diesem Sonnabend bei der Pferd und Jagd präsentiert, zeigt eher die spielerische Dimension des kuriosen Sports. 40 Kinder und Jugendliche hopsen über kleine Hindernisse und üben sich im „Formationsreiten“. „Zwei Wochen habe ich mich vorbereitet“, sagt die zwölfjährige Milla. Das Steckenpferd habe sie selbst gebastelt. Und natürlich reite sie zu Hause auch auf richtigen Pferden, betont sie.

40 Kinder und Jugendliche zeigen eine Dressur auf dem Steckenpferd. Quelle: Andreas Schinkel

„Lady like“: Flinten extra für Frauen

Die Hallen 20 und 21 gehören den Jägern. Dass die Jagd keine Männerdomäne mehr ist, bei der es darauf ankommt, wer die schönsten Trophäen nach Hause bringt, weiß Büchsenmacher Dirk Otte sehr genau. Er stellt inzwischen Gewehre her, die besser an den weiblichen Körperbau angepasst sind. „Damit Frauen keine schmerzenden Schultern bekommen, wenn sie mit Flinten schießen“, sagt der Handwerksmeister aus Lüchow. So liege der Griff dichter am Abzug und der Schaft sei kürzer. „Immer mehr Frauen entdecken die Welt der Jagd und machen ihren Jagdschein“, sagt Otte, der auch Jagdkurse gibt. In sechs Tagen macht er kleine Gruppen fit für die Prüfung. „Aber die Teilnehmer müssen auch Lernbereitschaft mitbringen“, sagt er.

Büchsenmacher Dirk Otte hat Gewehre speziell für Frauen im Angebot. Quelle: Andreas Schinkel

Wo der Jäger durchs Dickicht pirscht, darf ein treuer Vierbeiner nicht fehlen. Die Ecke für Hundefutter ist in der Halle 21 kaum zu verfehlen, sie verströmt einen etwas strengen Geruch. Aber auch Kissen, Decken, Leckerlis und Halsbänder findet der Hundeliebhaber in der Halle.

Erschöpfte Messebesucher dürfen sich ein wenig ausruhen, zumindest die vierbeinigen Gäste. Quelle: Andreas Schinkel

Auch für Angler ist die Pferd und Jagd ein Eldorado. Etliche Ruten und Köder werden an den Ständen in der Halle 19 gezeigt. An einem Angel-Simulator können Besucher einen virtuellen Fisch aus dem Wasser ziehen. „Ganz schön schwer“, meint eine Besucherin. Marcel Opitz von der Firma Marlo Flyfishing zeigt seinen Gästen, wie sie die Rute richtig halten und mit der Kurbel immer wieder die Schnur straffen. „Fliegenfischen ist eine Kunst“, sagt der Hamburger.

Marcel Opitz zeigt, wie das mit dem Fliegenfischen funktioniert. Quelle: Andreas Schinkel

Bei den Ködern handele es sich keineswegs um echte Fliegen, sondern um Kunstprodukte, die Fischfutter imitieren sollen. Fliegenfischen sei im Grunde auf allen Gewässern möglich, auch an der Küste. Aber eine Garantie, dass einer anbeißt, gebe es nicht. „Manchmal wirft man fünf Mal aus und fängt fünf Fische, und ein anderes Mal ist am Ende nichts in der Pfanne“, sagt er. „Schneidertag“ nennt der Angel einen solchen Misserfolg.

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Von Andreas Schinkel

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