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Aus der Stadt Schüler fühlen sich wie echte Europapolitiker
Hannover Aus der Stadt Schüler fühlen sich wie echte Europapolitiker
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10:15 21.03.2019
Kompromisse finden gehört zur Politik: Die Teilnehmer des Politplanspiels und ihre Lehrerin Elisabeth Andrich an einem Tisch im KWR. Quelle: Samantha Franson
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 Ein größeres Kompliment kann es eigentlich nicht geben: „Irgendwann habe ich ganz vergessen, dass ich bei einem Rollenspiel mitmache“, sagt Leonhard (15), „ich habe gedacht, ich bin wirklich ein Europapolitiker, das war alles so professionell.“ Seit 16 Jahren nimmt das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (KWR) bereits am „Modell Europaparlament Deutschland“ teil – als einzige Schule in Niedersachsen. Für eine Woche schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle von EU-Abgeordneten und behandeln brisante Themen wie Einwanderung, Klimaschutz und Welthandel. Eine Delegation aus jedem Bundesland und Gastgruppen aus Österreich, Luxemburg, der Tschechischen Republik, den Niederlanden und Ungarn treffen sich in Berlin.

In acht Ausschüssen werden die Themen drei Tage lang vorbereitet und dann im Bundesrat debattiert. Ziel ist es, am Ende – möglichst einstimmig – eine gemeinsame Resolution zu verabschieden. Wer am besten argumentiert, kommt in die nächste Runde – und darf im nächsten Jahr mit Jugendlichen aus ganz Europa diskutieren.  

Ein Lehrstück in Demokratie: Politiklehrerin Elisabeth Andrich. Quelle: Samantha Franson

Für Politiklehrerin Elisabeth Andrich ist das Planspiel ein Lehrstück in Demokratie: „Das ist eine einmalige Chance! Wann hat man in der Schule sonst schon mal die Gelegenheit so aktuelle Fragen fächerübergreifend zu diskutieren?“ Das Planspiel sei interdisziplinär wie das echte Leben. Zu den Höhepunkten in Berlin habe die Begegnung mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günter (CDU), dem amtierenden Bundesratspräsidenten, gehört, sagt Andrich.

„Der Kampf für Europa lohnt sich“

Die 15-jährige Lina fand es schön, ihre eigene Meinung bei dem Planspiel einzubringen. Zehntklässler Danny hat sich in seinem Ausschuss mit der Würde des Menschen beschäftigt und will sich auch künftig politisch engagieren. Dass man wählen gehen sollte, sei selbstverständlich, sagt er. Andere Schüler wollen später in Parteien eintreten oder sind schon Mitglied bei Jugendorganisationen wie den Jungen Liberalen.

Die Teilnehmer des Planspiels „Modell Europaparlament Deutschland“ sind begeistert von ihren Erfahrungen.

Philipp zeigte sich von der Atmosphäre in Berlin beeindruckt: „Das ist alles viel größer als in den Kommunalparlamenten.“ Julian meint, dass echten Berufspolitikern Respekt gezollt werden müsse: „Ihre Arbeit ist echt anstrengend.“ Es lohne sich auf alle Fälle, für Europa zu kämpfen, sagt Nico (16), die Europäische Union habe sehr viel Wertvolles geleistet, das gehe in der aktuellen Kritik oft unter. Damian (16) berichtet, dass es beeindruckend gewesen sei zu erleben, wie die 150 Jugendlichen, die sich überhaupt nicht kannten, miteinander ins Gespräch gekommen seien. Es hätten sich sogar Freundschaften entwickelt. Die Kunst sei es, Kompromisse zu finden, erklärt Nikolas (16), das sei manchmal ganz schön schwierig.

Ein politisches Planspiel für die Schule?

Bei der nächsten Projektwoche am KWR im Juni wollen die Zehntklässler ihr Planspiel in einem Kursus vorstellen. Denn nicht nur sie, sondern viel mehr Jugendliche sollten die Chance bekommen, sich als Politiker zu fühlen. Sie träumen von einem schulinternen europäischen Politplanspiel, vielleicht für den gesamten 9. Jahrgang.

Von Saskia Döhner

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