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Aus der Stadt Im zweiten Anlauf zum Oberbürgermeister von Hannover: Wer ist Marc Hansmann?
Hannover Aus der Stadt

Porträt: Marc Hansmann wird Oberbürgermeister-Kandidat der SPD

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13:31 15.08.2019
Marc Hansmann Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Mit Marc Hansmann, 48, hat sich die SPD für einen ausgewiesenen Finanzexperten als Oberbürgermeister-Kandidaten entschieden. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Geschichte in Hannover, Bielefeld und Sussex und promovierte mit einer Arbeit über die Kommunalfinanzen im 20. Jahrhundert. Sein beruflicher Weg führte ihn über die Unternehmensberatung Kienbaum ins Bundesfinanzministerium. Von dort holte ihn Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) ins hannoversche Rathaus: Von 2007 an war Hansmann zehn Jahre lang Kämmerer. Seit April 2017 ist der Sozialdemokrat Vorstandsmitglied des kommunalen Energielieferanten enercity.

Zunächst Hannovers Kämmerer und Ordnungsdezernent, später an leitender Postion bei enercity – und nun als OB-Kandidat zurück in der Stadtpolitik: Bilder aus der Karriere von Marc Hansmann.

Das erste Mal fiel Marc Hansmann in der hannoverschen Kommunalpolitik mit einer Attacke gegen das Denkmal Herbert Schmalstieg auf. Die SPD suchte 1999 ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2001 und alle Welt dachte, es würde praktisch automatisch der erfolgreiche und beliebte Schmalstieg werden. Doch Hansmann, damals ein Ratsherr von 29 Jahren, forderte den etablierten Politiker heraus. Es gab parteiinterne Vorstellungsrunden, ein Novum, beide Kandidaten präsentierten den Mitgliedern ihre Ideen künftiger Stadtpolitik. Und wenngleich Hansmann nur 19 Prozent erzielte: Klar war, dass dort ein junger und mutiger Mann wagte, mit Normen zu brechen, auch in der eigenen Partei.

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Auch als Finanzdezernent setzte Hansmann seine Linie fort, Sachpolitik in den Vordergrund zu stellen, öffentliche Auftritte scheute er dabei nicht, etwa, als er Flatratepartys in Diskotheken verbot und sich am Ort des Geschehens fotografieren ließ. Stimmten seine Vorstellungen nicht mit politischen Zielen SPD-geführter Rathauskoalitionen überein, ging Hansmann Konflikten mit eigenen Genossen nicht aus dem Weg. Als sich die SPD-Fraktion einmal weigerte, die Goetheschule zu schließen, nannte er diesen Beschluss „wahnsinnig“ und zählte finanzielle wie pädagogische Gründe auf. Seine Kritik äußerte er öffentlich, nicht im kleinen Kreis.

Hansmann gilt als Mann mit Überzeugungen. Dass es ihm an Ehrgeiz nicht mangelt, konnte man während seiner gesamten Zeit in der Politik nicht übersehen. Ungewöhnlich für einen Mann in seiner Position war auch eine private Entscheidung. Als er Vater wurde, entschied er sich dafür, in Elternzeit zu gehen.

Kommentar zur Hansmann-Kandidatur: Eine starke Vorlage der SPD

Marc Hansmann ist ein Kandidat, der sich sehen lassen kann – und der die Konkurrenz nun unter Druck setzt.“ Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema.

Von Gunnar Menkens

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