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Aus der Stadt Post im Weihnachtsstress: 90 Minuten Wartezeit sind normal
Hannover Aus der Stadt Post im Weihnachtsstress: 90 Minuten Wartezeit sind normal
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00:18 14.12.2018
Die Schlange vor der Postbankfiliale in der Niemeyerstraße reicht in diesen Tagen häufig bis auf den Gehweg. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Der zunehmende Paketversand zur Weihnachtszeit führt derzeit in einigen hannoverschen Postfilialen zu längeren Wartezeiten. Besonders ärgerlich für die Kunden ist die Situation in der Postbankfiliale am Lindener Marktplatz. Dort dauert es nach dem Bericht von Kunden derzeit schon einmal 90 Minuten oder länger, bis ein Kunde ein Paket abgeben oder abholen kann: Nahezu immer reicht die Warteschlange bis auf die Straße. Währenddessen sind in der Filiale oft nur ein bis zwei Schalter geöffnet.

Für Marion Sellmann ist es gerade der dritte Versuch, ein Päckchen mit wichtigen Medikamenten aufzugeben. „Mein Mann war heute Vormittag schon einmal hier, hat dann wegen der langen Schlange aufgegeben“, berichtet sie. Als er um 13 Uhr einen neuen Versuch unternommen habe, sei die Schlange noch länger gewesen, sagt die 69-Jährige. Sie will jetzt aber durchhalten, das Päckchen muss bis zum Wochenende da sein. „Leider merke ich aber gar nicht, dass es hier vorwärts geht“, meint Sellmann.

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90 Minuten Wartezeit sind normal

Kunden sollten auf andere Filialen ausweichen

Nach Angaben von Postbanksprecher Achim Palm hängt der starke Andrang vor allem damit zusammen, dass Kunden derzeit besonders viele Pakete und Päckchen auf den Weg bringen. Außerdem habe es in der Filiale in Linden krankheitsbedingte Ausfälle gegeben, sagte Palm auf Anfrage. Er rät Kunden, auf umliegende Postfilialen oder andere Filialen der Postbank in Hannover auszuweichen.

Aber kranke Mitarbeiter sind nicht die einzigen Probleme in der Filiale. Der Briefmarkenautomat am Eingang ist defekt, deshalb müssen sich auch diejenigen in die Schlange einreihen, die nur eine Marke kaufen wollen. Zeitweise fallen nach Angaben von Kunden auch die beiden Geldautomaten aus.

Offenbar sind die wenigen Mitarbeiter in Linden dem Andrang nicht mehr gewachsen. Thomas Schober wollte eigentlich nur ein Paket abholen, aber er bekam es langer Wartezeit in der Filiale doch nicht, die Mitarbeiter hatten es noch nicht geschafft, alle an diesem Tag von den Paketboten wieder zurückgebrachten Sendungen zu sortieren.

8,7 Millionen Pakete und Päckchen unterwegs

Nach Angaben von Postsprecher Jens-Uwe Hogardt müssen die Kunden bis Weihnachten in allen Post- und Postbank-Filialen längere Wartezeiten einplanen. Es gebe keine Chance, für das vierwöchige Weihnachtsgeschäft der Personal in den Filialen aufzustocken. Der Postsprecher berichtet, dass dass Paketaufkommen schon jetzt besonders hoch sei. Derzeit seien an Spitzentagen bundesweit 8,7 Millionen Pakete und Päckchen unterwegs, das ist fast das doppelte der Menge in normalen Zeiten. Die Post rechnet damit, dass an den Tagen direkt vor dem Weihnachtsfest 11 Millionen Pakete pro Tag unterwegs sind, zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Hogardt empfiehlt, Weihnachtspakete so früh wie möglich zur Post zu bringen, damit sie pünktlich ankommen. Er rät, die Weihnachtspost bis Freitag, 21. Dezember, aufzugeben. Und dann sollten die Pakete bis 12 Uhr aufgegeben sein, meint der Sprecher. Denn in manchen Filialen werde die Post schon früh abgeholt.

Von Mathias Klein