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Aus der Stadt Postbank schließt Filiale in Hannover-Vahrenwald
Hannover Aus der Stadt

Postbank schließt Filiale in Hannover-Vahrenwald

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06:30 05.01.2022
Soll Ende Januar zum letzten Mal öffnen: Die Postbank-Filiale an der Melanchthonstraße in Hannover.
Soll Ende Januar zum letzten Mal öffnen: Die Postbank-Filiale an der Melanchthonstraße in Hannover.
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Hannover

Der Schrumpfkurs bei den Bankfilialen geht weiter. Am Dienstag kündigte die Postbank an, eine ihrer zentralen Filialen in Hannover nur noch bis Ende Januar zu betreiben. Der Standort in der Melanchthonstraße 57 wird geschlossen. Kundinnen und Kunden sollen in die Innenstadt oder nach Linden ausweichen – oder ins Internet. Auch bei der Hannoverschen Volksbank stehen demnächst Filialschließungen bevor.

Die zur Deutschen Bank gehörende Postbank hatte im vergangenen Herbst angekündigt, bis Ende 2023 die Zahl ihrer Geschäftsstellen bundesweit von etwa 750 auf 550 zu verringern. Das Institut forciert damit das Tempo bei den Filialschließungen. Ursprünglich war geplant, jährlich etwa 50 Filialen aufzugeben. „Wir schließen ganz überwiegend Filialen in Städten, sodass unsere Kunden immer noch eine Postbank-Filiale in der Nähe haben“, sagte der Vertriebschef des inländischen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Philipp Gossow, im Herbst.

Künftig weitere Wege

Die Trennung vom Standort an der Melanchthonstraße ist Teil dieser Strategie. Die nächstgelegenen Filialen der Postbank, auf die das Unternehmen verweist, befinden sich in der Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof (2,7 Kilometer Fußweg) und an der Lindener Niemeyerstraße 21 (4,4 Kilometer). Kürzer sind die Wege hingegen bei Brief- und Paketpost. Das Unternehmen weist auf eine private Partnerfiliale der Post in der Vahrenwalder Straße 86 (800 Meter) hin, die zu den Öffnungszeiten des Einzelhandels genutzt werden kann.

Künftig weniger Volksbank-Filialen

Auch andere Geldhäuser reduzieren die Zahl ihrer Filialen. Sie begründen dies meist damit, dass die Kundinnen und Kunden ihre Geldgeschäfte ohnehin verstärkt per Onlinebanking am Computer oder mit dem Smartphone tätigten. Die Hannoversche Volksbank etwa hat unlängst mitgeteilt, dass sie voraussichtlich Ende März zwei Filialen am Vahrenwalder Platz und in Stöcken schließen werde. Dort soll es künftig reine Automatenstandorte geben. Persönliche Beratungen finden dann für Kunden aus Hannovers Norden in der Zweigstelle im Engelbosteler Damm 64 statt. Sie soll ein Beratungscenter werden. Allerdings könnte sich das Projekt wegen Verzögerungen beim Bau etwas verschieben.

Außerdem legt die Volksbank ihre Filialen Wettbergen und Hemmingen zusammen und gibt dafür den Standort in Wettbergen auf. Andere Zweigstellen werden im Gegenzug aufgewertet. In Linden etwa hat das Kreditinstitut ein großes Kompetenzcenter an der Falkenstraße bezogen, in Sarstedt wird derzeit eine Filiale ausgebaut.

Die Commerzbank hat sich im Jahr 2020 von jedem vierten Standort in der Region getrennt. Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr ihre Filialen am Engelbosteler Damm in Hannovers Nordstadt sowie an der Barsinghäuser Marktstraße dichtgemacht. Zuvor hatten Filialen in Linden und Döhren sowie in Burgdorf geschlossen.

Künftig neue Konzepte

Bei der Postbank überlegt man, mittelfristig völlig neue Raumkonzepte für Beratungen zu nutzen. So sei es denkbar, Finanzgespräche in Büroetagen anzubieten statt in klassischen Filialen, hieß es. Bei Deutscher Bank und Commerzbank gibt es zudem inzwischen auch die Möglichkeit zu Videoberatungen – auch das wird bei der Postbank erwogen.

Sparkasse investiert in Filialen

Die Sparkasse Hannover hat in den vergangenen Jahren ebenfalls etliche Standorte geschlossen und 2020 zudem begonnen, in zahlreichen Filialen die Kassenbereiche abzubauen – Geld gibt es dort nur noch an Automaten. Parallel dazu investiert das Geldinstitut seit 2019 aber auch verstärkt in sein Filialnetz. „Wenn wir an der Kundennachfrage sehen, dass es besonders stark frequentierte Flächen gibt, dann bauen wir unsere Angebote aus“, sagte Sprecherin Sandhya Gupta. Rund 10 Millionen Euro sind dafür jährlich im Etat vorgesehen. In einem ersten Schritt sind die Zweigstellen in Linden an der Falkenstraße, in Garbsen und im Sahlkamp zu sogenannten Marktplätzen modernisiert worden. Dort sollen auch Lesungen und andere Veranstaltungen möglich sein. Aktuell laufen Umbauarbeiten an der Goseriede. Zudem wird die große Filiale in Laatzen zum „Marktplatz“ erweitert. Danach steht die Zweigstelle in Kirchrode an.

Von Conrad von Meding