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Aus der Stadt Werber für Gesundheitsvorsorge gehen in die Kneipe
Hannover Aus der Stadt Werber für Gesundheitsvorsorge gehen in die Kneipe
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16:07 15.04.2019
Werben für Gesundheitsvorsorge: Jörg Niemann, Cora Hermenau, Konstanze Beckedorf und Gabriele Groß. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Auf der Straße, in der Kneipe, vielleicht auch in der Moschee müssen Gesundheitsmuffel demnächst mit einer freundlichen Einladung rechnen. Region, Stadt und Ersatzkassen starten ein neues Projekt zur Gesundheitsvorsorge für Menschen mittleren Alters, die unter sozial ungünstigen Bedingungen leben. „Wir wollen Bürger erreichen, die bisher so viele andere Probleme haben, dass sie sich nicht darum kümmern, gesund zu leben“, erklärt Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region Hannover. Speziell Männer sind dafür schwer zu gewinnen, deshalb die Idee, Werber auch in die Kneipe zu schicken.

Als Testfeld sind deshalb Mittelfeld und Stöcken ausgewählt, denn dort unterhält die Stadt bereits seit etlichen Jahren Gesundheitsangebote, bisher allerdings vor allem für ältere Frauen. „Diese beiden Stadtteile eignen sich hervorragend, weil wir auf vielen Kontakten und Erfahrungen aufbauen können“, sagt Konstanze Beckedorf, Sozial- und Sportdezernentin der Stadt Hannover. Beide Stadtteile sind geprägt von einem hohen Anteil von Einwandererfamilien und Menschen, die Sozialleistungen beziehen.

Sozial Benachteiligte sind Behörden gegenüber skeptisch

Aus Studien ist bekannt, dass Menschen mit geringer Bildung und schwieriger sozialer Lage eher zu Übergewicht, Bewegungsmangel, teils auch Drogenkonsum neigen. „Nach unserer Erfahrung sind gerade diese Menschen Behörden gegenüber sehr skeptisch. Wir müssen Vertrauen aufbauen, auch über Kontaktpersonen in die einzelnen Milieus hinein“, sagt Projektleiterin Gabriele Groß von der Region. Deshalb wollen die Mitarbeiter sich die gute Verankerung von Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement im Programm Soziale Stadt zunutze machen. Im Gesundheitstreff Mittelfeld laufen bereits seit 1999 Sport- und Ernährungskurse für Frauen, im Angebot Gesund in Stöcken seit 2008.

Gesundheitsprojekt zielt auf 35- bis 55-Jährige

Das neue Projekt „Gesunde Lebenswelten“ nimmt aber Frauen und Männer im Alter von 35 bis 55 Jahren in den Blick. Die Idee kommt von den Ersatzkassen, die dafür fünf Jahre lang insgesamt 1,1 Millionen Euro geben. Das Präventionsgesetz gibt den Kassen vor, sich in der Gesundheitsvorsorge auch um sozial benachteiligte Menschen zu kümmern. Das geschieht unabhängig von der Kassenzugehörigkeit. „Dafür bietet sich ein Stadtteil als Lebenswelt besonders an. Das Projekt, auch in dieser Größe, ist landesweit einmalig“, betont Jörg Niemann, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (VDEK) in Niedersachsen. Region und Stadt steuern 185.000 Euro bei.

Die Region stellt zwei Vollzeitmitarbeiter ein, eine Frau, einen Mann. „Wir wollen Männer und Frauen unterschiedlich ansprechen und die Angebote jeweils gemeinsam mit ihnen entwickeln. Wir sind völlig offen, was das sein kann“, sagt Projektleiterin Groß. Bisher gebe es kaum Erkenntnisse, wie sich diese Zielgruppe für Gesundheitsprävention erreichen lässt. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begleitet das Projekt wissenschaftlich, die Ergebnisse sollen anderen Kommunen als Anregung dienen.

Von Bärbel Hilbig

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