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Aus der Stadt Zwei Männer sollen 34-Jährigen tot geprügelt haben
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Prozess nach Tod in Leiharbeiterunterkunft in Lehrte: Zwei Polen sollen 34-Jährigen tot geprügelt haben

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08:00 03.07.2019
Vor dem Landgericht Hildesheim müssen sich Sylwester A. (l.) und Przemyslaw M. (2. v. r.) wegen Totschlags und versuchten Totschlags verantworten. Ihre Verteidiger sind Tim Hoppe (2. v. l.) und Malte Schönekäs, in der Mitte sitzt die Dolmetscherin Malgorzata Stadnik. Quelle: Michael Zgoll
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Lehrte/Hildesheim

Der 34-Jährige flehte um sein Leben, doch die zwei Täter waren unerbittlich. Sie prügelten und traten so lange auf ihr Opfer ein, bis der 34-Jährige in einer Lehrter Gemeinschaftsunterkunft für Leiharbeiter bewegungsunfähig liegen blieb – und aufgrund von Atemnot, Herz-Kreislauf-Versagen und einer Lungenembolie starb. Seit Dienstag müssen sich Przemyslaw M. (23) und Sylwester A. (21) wegen Totschlags und versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht Hildesheim verantworten. Der zweite Anklagevorwurf fußt darauf, dass die beiden Polen knapp zwei Stunden vor dem vollendeten Totschlag einen 41-jährigen Landsmann in der gleichen Unterkunft ebenfalls verprügelt hatten. Dieser konnte jedoch – erheblich verletzt – fliehen.

In diesem Haus in Lehrte starb das 34 Jahre alte Opfer. Quelle: Foto: Clemens Heidrich

Die Gewaltorgie fand in den frühen Morgenstunden des 28. Januar 2019 statt. Die vier Männer hatten am Vorabend eine Spielothek besucht und später in den Gemeinschaftsräumen der Unterkunft zwei Flaschen Wodka geleert. Bei den Angeklagten wurden wenige Stunden nach den Taten Blutalkoholwerte von 1,36 und 2,16 Promille gemessen. Im Laufe der Verhandlung kam zur Sprache, dass sie aber schon seit ihrer frühen Jugend Alkohol sowie Drogen konsumieren und daran gewöhnt sind.

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Bei Paketdienst angeheuert

M. brach in Polen die Schule und eine Ausbildung zum Friseur ab, saß wegen Diebstahls und Drogenhandels bereits im Gefängnis. Der sehr kindlich aussehende A. hat ebenfalls keinen Beruf erlernt und lebte mehrere Jahre in einer Erziehungsanstalt. Nach Deutschland waren die beiden Männer erst wenige Wochen vor den Taten gekommen und hatten bei einem Paketdienst angeheuert. In Lehrte waren sie nur auf der Durchreise, wollten eigentlich am nächsten Tag weiterfahren.

Vom Verprügeln des 41-Jährigen existieren Bilder einer Überwachungskamera aus der Unterkunft. Was genau der Anlass der Streitigkeiten war, kam vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Peter Peschka noch nicht zur Sprache. Auf jeden Fall sollen die jungen Männer mit Fäusten auf den Älteren eingeschlagen haben, ihn mit Kniestößen gegen den Kopf traktiert und ihm vielfach mit großer Wucht ins Gesicht und gegen den Rumpf getreten haben. Dieses Opfer erlitt starke Prellungen am gesamten Körper und eine Rippenfraktur.

Auf Brustkorb gesprungen

Gegen 3 Uhr morgens dann fielen M. und A. laut Staatsanwaltschaft über den 34-jährigen Polen her. Sie schlugen seinen Kopf mehrfach gegen einen Kühlschrank, prügelten mit Fäusten auf ihn ein, sprangen auf seinen Brustkorb. Schwere Gesichtsverletzungen, zahlreiche Rippenbrüche und eine Lungenpunktion zählten zu den Folgen. Das Opfer starb noch in der Unterkunft, M. und A. wurden wenig später in Lehrte festgenommen.

Die Angeklagten äußerten sich am ersten Verhandlungstag nicht zu den Tatvorwürfen, machten lediglich Angaben zu ihrem Lebenslauf. Die Kammer hat bis Anfang September neun Verhandlungstage anberaumt, um die Verbrechen vollständig aufzuklären.

Von Michael Zgoll

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