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Aus der Stadt Purple Schulz hat „Sehnsucht“ nach Hannover
Hannover Aus der Stadt Purple Schulz hat „Sehnsucht“ nach Hannover
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10:00 12.03.2019
Hat immer noch Sehnsucht: Purple Schulz Quelle: Ben Schulz


Herr Schulz, sie spielen am 15. März in Hannover, mit ihrem neuen Album „Nach wie vor“ im Gepäck. Macht es noch Spaß, auf der Bühne zu stehen?

Nach wie vor. Ich mache die Bühne immer zu meinem Wohnzimmer. Das liegt auch an meinen Songs und den Themen, die ja in die Tiefe gehen. Da brauche ich diesen privaten Rahmen. Und wenn man dann ganz nah dran ist am Publikum, ist das immer wieder eine tolle Erfahrung. 


Zu ihren Auftritten gehört auch, dass Sie viel erzählen.

Ich erzähle oft die Hintergrundgeschichten zu den Songs. Und bei meinem neuen Album erst recht, weil ich Lieder aus den vergangenen 35 Jahren neu aufgenommen habe, die mir nach wie vor wichtig sind. Deshalb heißt das Album auch „Nach wie vor“.


Nach welchen Kriterien haben Sie ausgewählt?

Es sind nur zwei Hits dabei und ansonsten Songs, die nicht oder nur selten im Radio liefen, die aber immer noch aktuell und für mich zeitlos schön sind. Ich wollte sie aus den Klauen der Achtzigerjahre befreien.  


Sie finden es nicht lästig, seit drei Jahrzehnten auf immer die gleichen Songs angesprochen zu werden?

Das Lied „Sehnsucht“ ist für mich immer noch ein Highlight an jedem Abend. Es hat sich in all den Jahren nie abgenutzt. Ich habe den Hits schließlich viel zu verdanken. Aber mein Publikum will auch neue Sachen hören. Und tatsächlich sind es vor allem die neuen Songs, die die größte Resonanz bekommen. 


Verliebte Jungs“ ist nicht drauf, aber die alte Fellkragenjeansjacke vom Albumcover ziert auch das Cover der neuen CD …

Ich fand das ‘ne schöne Idee. Die Jacke steht für die damalige Zeit. Es ist übrigens nicht die Originaljacke, die gibt‘s nicht mehr. Diese hat mein Sohn mal irgendwo erstanden.

 
Was sind für Sie die musikalischen Achtzigerjahre im Rückblick?

Die Achtziger hatten ein sehr breites musikalisches Spektrum, die Neunziger waren dagegen ziemlich langweilig. Die Medienlandschaft hat sich seit damals stark verändert, wirklich innovative Künstler haben es heute schwerer. 


Sie machen heute selbst auch Radio.

Ja, ich stelle einmal im Monat deutsche Künstler vor, die meiner Meinung nach etwas zu sagen haben in ihren Songs. Und ich sehe zunehmend, wie sehr sie in diesem Business ums Überleben kämpfen müssen, weil sie medial woanders nicht stattfinden.


Andererseits kann jeder Musik unter die Leute bringen, wenn er es will.

Ja, und auch die Produktionsbedingungen sind natürlich besser geworden. Der Nachteil ist: Es macht auch jeder. Und die richtig Guten zu finden, ist nicht einfach bei diesem Überangebot. Dabei haben wir tolle Künstlerinnen und Künstler in Deutschland


Sie haben sich sehr über Farid Bang und Kollegah bei der Echoverleihung 2018 echauffiert. Warum waren Sie so wütend?

Da sag ich nur: frauenfeindlich, verkommene Sprache, musikalisch mehr als dürftig, aber mit acht Titeln gleichzeitig in den Top Twenty der Media Control Charts: Hallo? Da stimmt doch was nicht mehr in unserer Gesellschaft! 


Vorpremieren spielen Sie regelmäßig in einer Psychiatrischen Klinik in Köln. Warum?

Weil die Zahl der Bekloppten überschaubarer ist als draußen. Aber im Ernst: Die Menschen dort zeigen so grundehrliche Reaktionen. Mit den Themen, über die ich singe und wegen derer jede Plattenfirma an mir verzweifeln würde, können sie häufig etwas anfangen. Diese Menschen haben ihr Problem erkannt und wissen, wovon der Typ da vorne singt. 

Info: Am 15. März spielt Purple Schulz im Step by Step, Melanchtonstraße 57, Hannover.. Tickets und Infos unter www.stepbystep-hannover.de

Von Uwe Janssen

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