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Aus der Stadt „Kontaktcafé“ zieht wenige Meter weiter
Hannover Aus der Stadt „Kontaktcafé“ zieht wenige Meter weiter
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18:19 11.12.2018
Bauwagen mit Kreuz: Reinhard Grammlich (links) und Michael Lenzen feiern Umzug und Jubiläum. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Auf den ersten Blick hat sich nicht sehr viel verändert unter der Raschplatzhochstraße. Noch immer steht dort ein Bauwagen mit „Kontaktcafé“ für Obdachlose und Bedürftige, und noch immer ist er flankiert von einem Container. Neu nach 30 Jahren am selben Ort ist eine minimale Fortbewegung. Die Einrichtung zog unterhalb der Brücke um. Acht Meter, sagen Mitarbeiter vom Betreiber Neues Land. Fünf Meter, heißt es dagegen im Redetext von Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf, die zur Umzugsfeier am Freitag jedoch einen Vertreter schicken musste.

Die Planung rund um den Raschplatz erfasste auch das „Kontaktcafe“. Ein neuer Fahrradweg sollte her, und Bauwagen und alter Container standen einer ordnungsgemäßen, also geraden Streckenführung, mitten im Weg. In den vergangenen Wochen musste der Treffpunkt schließen, damit die Infrastrukturgesellschaft alles um wenige Meter verlegen konnte. 70.000 Euro kostete das, finanziert von Region, Stadt und Betreiber.

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1988 wurde unter der Hochstraße der erste Bauwagen eröffnet, zum 30. Geburtstag am Freitag wurde es nach dem Umzug komfortabler. Erstmals stehen Toiletten bereit. Bauwagen-Leiter Reinhard Grammlich freut sich über neue Räume, „in die man sich zu Gesprächen zurückziehen kann“. Michael Lenzen, Vorstandsmitglied der christlichen Suchthilfe Neues Land, hob hervor, dass in Bauwagen und Container auch in Zukunft Drogen nicht erlaubt sind. Die Stadt lobte die Institution unter der Brücke als einen Ort, der Bedürftige „etwas zur Ruhe kommen lässt“.

Von Gunnar Menkens