Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover bekommt keine Countdown-Ampeln – vorerst
Hannover Aus der Stadt Hannover bekommt keine Countdown-Ampeln – vorerst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 21.10.2018
Soll es in hannover zunächst nicht geben: Ampeln mit Countdown wie hier in Hamburg. Quelle: Christian Charisius
Anzeige
Hannover

Man kennt sie aus Miami, Kopenhagen oder Bochum: Sogenannte Countdown-Ampeln, bei denen für Fußgänger eine Zeitanzeige rückwärts zählt, wie lange sie noch rotes oder grünes Signal haben. Im Bauausschuss des Rates ist die AfD mit dem Vorstoß gescheitert, dass die Verwaltung den Einsatz solcher Technik auch in Hannover an Kreuzungen prüfen soll, an denen viele Fußgänger unterwegs sind.

Countdown-Ampeln trügen zur Sicherheit bei, weil weniger Fußgänger bei Rotlicht losgingen, sagte der AfD-Beigeordnete Uwe Wippach. Denkbar seien sie in Hannover etwa vor der Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof, an Fösse- oder Limmerstraße oder am Küchengartenplatz. Auch der ADAC habe festgestellt, dass es durch die Veranschaulichung der verbleibenden Zeit zu signifikanten Verbesserung bei der Sicherheit komme.

Anzeige

Grünen-Verkehrspolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian stellte das infrage. „Diese Technik hat zwei Seiten“, sagte sie. Ihrer Beobachtung zufolge verleiteten Countdown-Ampeln Autofahrer dazu, einen Sprintstart hinzulegen, sobald Ampeln den Stopp-Countdown für Fußgänger vollendet hätten. In München laufe derzeit ein Versuch, um zu testen, welche Auswirkungen Countdown-Ampeln auf Fußgänger und Autofahrer hätten. Dessen Ergebnisse solle Hannover abwarten.

CDU-Ratsherr Felix Semper befand, Countdown-Ampeln könnten „kein Allheilmittel sein“. Relevanter sei, Ampelphasen etwa an Stadtbahnübergängen zu optimieren. SPD-Mann Lars Kelich berichtete, in Dublin würden Countdown-Ampeln „geflissentlich ignoriert“, Städte mit solcher Technik hätten „nicht weniger Verkehrstote als wir“. Sinnvoller sei, Kreuzungen umzubauen, etwa zu Shared-Space-Bereichen, in denen alle Rücksicht aufeinander nehmen müssen.

Vergeblich verwies AfD-Fraktionsvize Reinhard Hirche darauf, dass die Gesellschaft altere und Countdown-Ampeln zur Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmern beitrügen. FDP-Politiker Wilfried Engelke lenkte schließlich den Blick auf „erhebliche Kosten“, die eine Umrüstung mit sich bringe. Am Ende wurde der AfD-Antrag abgelehnt.

Von Conrad von Meding