Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wie kann der Wohnungsmangel in Hannover bekämpft werden?
Hannover Aus der Stadt

Ratsdebatte: Wie kann der Wohnungsmangel in Hannover bekämpft werden?

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:25 24.10.2019
Mehr Wohnungen müssen entstehen – darin sind sich die Parteien im Rat weitgehend einig. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Am Sonntag wählen die Hannoveraner ein neues Stadtoberhaupt, und die SPD hat in der letzten Ratsversammlung vor der Wahl noch einmal zur großen Redeschlacht eingeladen. In einer aktuellen Stunde am Donnerstag im Rathaus sollte es auf Wunsch der SPD um Wohnungsbauförderung gehen. Herausgekommen ist eine hitzige Debatte, in der die Wahlkampftöne kaum zu überhören waren.

SPD will neue Baugebiete erschließen

Die SPD sieht die städtische Wohnungsbauförderung als Erfolgsmodell. 6500 Wohnungen seien in den vergangenen Jahren geschaffen worden, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Das Neubaugebiet am südlichen Kronsberg zeige, wie verschiedene Baufirmen – Genossenschaften, private und öffentliche Träger – gemeinsam ein Gebiet entwickelten. „Der Mieterbund hält das für vorbildlich“, betont Kelich. Dennoch benötige Hannover mehr Flächen, um bezahlbare Wohnungen zu bauen, etwa das Gebiet Schwarze Heide im Norden Hannovers und das Deurag-Nerag-Gelände in Misburg.

CDU: Mietpreise um 42 Prozent gestiegen

Die CDU hält dagegen. „Das Bündnis für Wohnen ist gescheitert, es existiert nur auf dem Papier“, meint CDU-Baupolitiker Felix Semper. Hannover sei bei den erteilten Baugenehmigungen im Städtevergleich Schlusslicht, bei Baufertigstellungen auf Platz 13 von 15 Städten. Die Mietpreise seien in den vergangenen sieben Jahren um 42 Prozent gestiegen. „Ist das der bezahlbare Wohnraum, von dem die SPD spricht?“, fragt Semper. Insbesondere für mittlere Einkommen seien Wohnungen knapp.

Grüne fordern gemeinwohlorientierte Baugesellschaft

Auch die Grünen meinen, dass mehr günstige Wohnungen entstehen sollten, aber nicht zu Lasten der Umweltstandards. „Sparen können wir vielmehr bei Stellplätzen und Tiefgaragen, denn diese verteuern das Bauen“, sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. Sie fordert, dass die städtische Immobiliengesellschaft Hanova nicht mehr gewinnorientiert, sondern gemeinwohlorientiert wirtschaftet.

AfD: Zuzug von Flüchtlingen für Knappheit verantwortlich

Die AfD hat den Schuldigen für die Wohnungsknappheit bereits ausgemacht. Der Zuzug von Flüchtlingen lasse die Nachfrage steigen, sagt AfD-Baupolitiker Reinhard Hirche. Er plädiert dafür, bestehende Häuser aufzustocken und dadurch ein paar Tausend Wohnungen zu schaffen. Die FDP wirft den Rechtspopulisten vor, dass sie vermutlich auch noch die Luftverschmutzung den Flüchtlingen in die Schuhe schieben würden.

Die Gruppe Linke/Piraten kritisiert, dass ihre Idee, die Kapitaldecke der Hanova zu erhöhen, von der SPD abgelehnt worden sei. „Jetzt schlägt der OB-Kandidat der SPD, Marc Hansmann, genau das vor“, wundert sich Linken-Fraktionschef Dirk Machentanz. Die Satirepartei Die Partei wirft der Stadt vor, das Problem der Obdachlosigkeit nicht gelöst zu haben. Die „Hannoveraner“ sorgen sich, dass die Stadt durch den boomenden Wohnungsbau immer enger werde.

Lesen Sie mehr:

So will die Region die Wohnungsnot bekämpfen

Von Andreas Schinkel

Das Ehepaar Kollosky aus Hannover ist Stammgast auf Fuerteventura – in diesem Jahr wollten die beiden dort sogar ihre Silberhochzeit feiern. Doch nach der Ankunft geht der Veranstalter Thomas Cook in die Insolvenz, und die Hotelmanager wollen Bares. Die Söhne der Familie, von Vater Karsten als Überraschungsgäste eingeplant, kommen dort nie an.

24.10.2019

Sieben Männer müssen sich demnächst vor dem Landgericht Hannover wegen bandenmäßigen Drogenhandels mit Marihuana verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihre mehrmonatigen Ermittlungen gegen die Brothers ’till Death zum Ende gebracht. Im März dieses Jahres hatte eine Großrazzia für Aufsehen gesorgt.

24.10.2019

In der Region Hannover gab es im vergangenen Jahr 7418 Firmengründungen, das sind rund 1400 weniger als noch 2011. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) kritisiert auch landesweit ein sinkendes Interesse an Firmengründungen. Ein Drittel der Gründer hat Migrationshintergrund – doppelt so viel wie der Anteil von Menschen mit ausländischem Pass an der Bevölkerung.

24.10.2019