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Aus der Stadt Razzia im Gefängnis: Justizbeamte sollen Drogen geschmuggelt haben
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Razzia im Gefängnis: Justizbeamte sollen Drogen geschmuggelt haben

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19:10 03.09.2019
200 Polizisten stürmten das Sehnder Gefängnis. Quelle: Oliver Kühn
Hannover

Vier Justizvollzugsbeamte sollen dabei geholfen haben, Drogen und Mobiltelefone in das Gefängnis Sehnde (Region Hannover) zu schmuggeln. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln seit Monaten, am Sonntag stellten die Beamten bei einer Großrazzia Beweismittel fest, darunter schriftliche Unterlagen, Drogen und Mobiltelefone. Die vier Beamten sind vom Dienst suspendiert.

Außer den vier Justizbeamten stehen auch 21 Gefangene und sechs Familienangehörige sowie Lebenspartner von Gefangen unter Verdacht, an dem Drogennetzwerk beteiligt gewesen zu sein, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Oliver Eisenhauer. Die Ermittler werfen den 31 Verdächtigen Bestechlichkeit und Bestechung vor. Die Staatsanwaltschaft spricht von organisierter Kriminalität.

200 Polizisten sind an Razzia beteiligt

An der Aktion waren rund 200 Polizisten beteiligt, darunter auch ein Sondereinsatzkommando. Insgesamt seien rund 50 Gefängniszellen und Privatwohnungen durchsucht worden. Ermittler nahmen auch die Spinde der vier unter Verdacht stehenden Bediensteten sowie deren Privatwohnungen unter die Lupe.

An der Aktion, die am Sonntag von 6 Uhr bis 15.30 Uhr dauerte, waren auch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Justizvollzugsanstalt Sehnde sowie der Landesjustizverwaltung beteiligt. Die Experten sind darin geschult, in Gefängniszellen Verstecke für Drogen, Mobiltelefone und Waffen zu finden. Außerdem setzte die Polizei 30 Spürhunde ein, die darauf spezialisiert sind, Waffen und Mobiltelefone zu finden. Die Beamten durchsuchten auch Gefängniszellen in den Justizvollzugsanstalten Oldenburg, Lingen, Uelzen und in einer Therapieeinrichtung in Lehre bei Braunschweig.

45 Mobiltelefone gefunden

Nach Angaben von Eisenhauer fanden die Ermittler im Sehnder Gefängnis schriftliche Aufzeichnungen, Drogen, Medikamente und ein Küchenmesser. In den zehn durchsuchten Wohnungen stießen die Polizisten unter anderem auf insgesamt eine Schusswaffe, 45 Mobiltelefone und zahlreiche Sim-Karten.

Nach Angaben von Eisenhauer wurde der Drogenhandel für das Sehnder Gefängnis vermutlich außerhalb des Gefängnisses organisiert. Wie dann die Drogen in das Gefängnis gekommen sind, sei noch unklar. „Das müssen die Ermittlungen klären“, sagte er.

Ministerium wurde schon im November informiert

Das Landesjustizministerium war im vergangenen November über den Verdacht eines Drogennetzwerks informiert worden, an dem auch Justizbeamte beteiligt sind. „Wir haben dann ermittelt und die Aktion vorbereitet“, erklärte Staatsanwalt Eisenhauer den langen Zeitraum bis zu Razzia.

Die vier unter Verdacht stehenden Beamten sind vom Dienst suspendiert. Das bleibe voraussichtlich auch bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft so, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Christian Lauenstein.

Gefängnis zwischen sechs Monaten und fünf Jahren

Ihnen drohen Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, sollten sie wegen Bestechlichkeit verurteilt werden. Je nach Höhe des Strafmaßes könnten sie nach Abschluss des Verfahrens aus dem Dienst entfernt werden. „Wenn es den Verdacht auf strafbares Verhalten von Bediensteten gibt“, muss dem nachgegangen werden, sagte Lauenstein. Es gelte aber die Unschuldsvermutung.

Drogen in Gefängnissen sind weit verbreitet. Zuletzt hatte die Polizei im April bei einer Razzia im Gefängnis in Wolfenbüttel ein Drogennetzwerk aufgedeckt.

Von Mathias Klein

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