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Aus der Stadt Keine Lust oder keine Zeit: Das Problem mit dem Feuerwehr-Nachwuchs
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Region Hannover: Das Problem mit dem Feuerwehr-Nachwuchs

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12:35 22.10.2019
Die Jugendfeuerwehren in der Region Hannover haben zwar Tausende Mitglieder – doch nur die wenigsten wechseln als Erwachsene in den aktiven Dienst. Quelle: Frank Hermann (Archiv)
Hannover

Immer anspruchsvollere Einsätze bei gleichzeitig sinkenden Mitgliederzahlen: Die Feuerwehren rund um Hannover plagen Nachwuchssorgen. Beim Jahresempfang des Regionsfeuerwehrverbandes war der demografische Wandel das zentrale Thema. „Zwar sinkt die Bevölkerungszahl bundesweit, aber gleichzeitig nimmt die Zahl der Einsätze kontinuierlich zu“, sagte Landesbranddirektor Jörg Schallhorn am Sonntag im Regionshaus. Auch wenn die Jugendwehren mit zu den größten Organisationen gehören, engagieren sich viele Mitglieder später nicht im Erwachsenenalter.

„Ein Großteil hat keine Lust oder Zeit mehr, fängt eine Ausbildung oder einen Job in einer anderen Stadt an“, sagte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing. Die Feuerwehr sei aber ein Ehrenamt, das ein dauerhaftes Engagement über möglichst 40 Jahre erfordere. In der Region machen mehr als 5000 Kinder und Jugendliche mit, sie müssten daher langfristig die Motivation behalten. „Der Nachwuchs ist immer digitaler, pluraler und gleichgestellter“, sagte Hannovers Bürgermeisterin Regine Kramarek (Grüne). Nicht zuletzt Frauen gehören daher stärker in den Fokus.

Heutige Einsätze deutlich komplexer

Landesbranddirektor Jörg Schallhorn (l.) und Hannovers Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing. Quelle: Clemens Heidrich

Die Regionsfeuerwehren verzeichnen rund 200.000 Einsätze pro Jahr, allein der heftige Regenguss vor wenigen Tagen etwa schlug mit rund 500 zu Buche. Schallhorn: „Es geht also längst nicht mehr nur um die Menge, sondern auch um die Qualität der Einsätze.“ Ein Autounfall sei vor zehn Jahren weniger komplex gewesen als heutzutage – angefangen bei den unterschiedlichsten Antriebsarten bis hin zu interkulturellen Schwierigkeiten, wenn Menschen mit Migrationshintergrund involviert seien. Kramarek verwies zudem auf Bombenräumungen, Tierrettungseinsätze sowie Katastrophenschutz in Zeiten des Klimawandels und Hackern, die die Infrastruktur angreifen.

Doch es gibt auch positive Zeichen aus Niedersachsen: Während die Mitgliederzahlen noch 2010 landesweit im Schnitt um bis zu 2,5 Prozent sanken, gingen sie 2018 laut Schallhorn „gegen den Bundestrend“ wieder nach oben. Auch die Frauenquote liege mit zwölf Prozent deutlich über den gesamtdeutschen Zahlen von 9,5 Prozent. Dies plus Umstrukturierungen hätten dafür gesorgt, dass die Feuerwehr zumindest für die nächsten zehn bis 20 Jahre wahrscheinlich gut aufgestellt sei.

Erfolgsmodell aus Ostfriesland

Damit dieser Trend anhält, will nicht zuletzt auch der Regionsverband bis Ende 2020 seine Nachwuchsgewinnung verbessern. Dabei könnte ein Erfolgsformat aus Ostfriesland herauskommen: der Feuerwehrpate. Ein Aktiver kümmert sich dabei um einen Jugendlichen und führt ihn langsam an die Arbeit im Einsatzdienst heran. Und manchmal sind es sogar Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen: Laut Schallhorn sei für Jugendlichen oft entscheidend, „ob das Feuerwehrhaus einen Wlan-Zugang hat oder nicht“.

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Von Peer Hellerling

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