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Aus der Stadt Gewerkschaft beklagt Gehaltsunterschied von Frauen
Hannover Aus der Stadt Gewerkschaft beklagt Gehaltsunterschied von Frauen
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18:55 06.03.2019
Im Januar forderten rund 200 Frauen und auch Männer in Hannover mehr Gleichberechtigung. Quelle: Ingo Rodriguez
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Hannover

In der Region Hannover verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 14 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am kommenden Freitag mitgeteilt.

Verdienstunterschied im Land ist noch höher

Die Gewerkschaft beruft sich auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle in der Region Hannover auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3.582 Euro pro Monat - Frauen hingegen nur auf 3.087 Euro. In Niedersachsen beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern sogar 17 Prozent (Männer: 3.249 Euro, Frauen: 2.712 Euro). Die Einkommensunterschiede lägen teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, sagt NGG-Geschäftsführerin Lena Melcher.

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„Diskriminierung per Lohnzettel“

Es handele sich um „Diskriminierung per Lohnzettel“, meint sie. Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen, so die NGG-Regionalchefin. Hinzu komme, dass es noch immer vor allem Frauen seien, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmerten.

Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten, meint Melzer. Nach der Statistik der der Arbeitsagentur seien aktuell 70 Prozent aller Teilzeitstellen in der Region Hannover mit Frauen besetzt. „Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben – oder noch weniger“, kritisiert Melcher. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur in der der Region 14.850 Minijobber, 8.080 von ihnen sind Frauen.

Dramatische Folgen für die Rente

Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, sagt Melcher. Am Ende zahle der Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, weil die Renten aufgestockt werden müssten. Melcher fordert Konsequenzen für Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen.

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Von Mathias Klein

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