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Aus der Stadt Andor Izsák leitet zum letzten Mal Gedenkkonzert
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Reichspogromnacht in Hannover: Andor Izsák leitet zum letzten Mal Gedenkkonzert

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10:57 10.11.2019
Bei Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht dirigiert Andor Izsák den Europäischen Synogalchor. Die Orgel spielt Marktkirchenkantor Ulfert Smidt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Ganz am Schluss schlug Andor Izsák den Bogen zur Politik. Er sprach in seiner kurzen Dankesrede die beiden verbliebenen Oberbürgermeisterkandidaten Belit Onay und Eckhard Scholz direkt an. „Lieber Belit, lieber Ecki“, sagte Izsák. „Ich blicke voller Hoffnung auf euch, dass ihr die Menschen zusammenbringt. Damit die verschiedenen Religionen und Kulturen in der Stadt leben können.“

Zum letzten Mal war der Professor für jüdische Musik am Sonnabendabend für das schon traditionelle Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht in der Marktkirche verantwortlich. Und der 75-Jährige erinnerte kurz an den zunehmenden Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Wenn man nicht aufpasse, dann dauere es nicht mehr lange, dass nicht nur jüdische und muslimische, sondern auch christliche Gottesdienste von der Polizei geschützt werden müssten, meinte er.

Vertonte Psalmen standen im Vordergrund

Beim Konzert standen vom Komponisten Louis Lewandowski vertonte Psalmen im Vordergrund. Der Europäische Synogalchor sang unter Izsáks Leitung unter anderem Psalm 23, der Herr ist mein Hirte. Und der Musikprofessor verabschiedete sich mit einer Orgelimprovisation.

Der frühere Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann erinnerte sich nach dem Konzert an seine erste Begegnung mit Izsák. „Da hat er sich mit den Worten vorgestellt: Ich verbinde Menschen“, erzählte Heinemann in der mit rund 800 Besuchern komplett gefüllten Marktkirche. Und Andor Izsák sei es auch immer gelungen, ein Brückenbauer zwischen den verschiedenen Kulturen der Stadt zu sein.

Andor Izsák gibt sein Abschiedskonzert in der Marktkirche

Tenge berichtet von feuchten Augen

Der frühere Probst der katholischen Kirche in Hannover, Martin Tenge, berichtete von seiner großen Ergriffenheit während der Konzerte von Izsák in der Marktkirche. „Ich hatte immer feuchte Augen“, erzählte er. Und Tenge hob hervor, dass es Izsák immer gelungen sei, an etwas ganz Schreckliches zu erinnern und gleichzeitig Hoffnung auszusprechen.

Und dann erhob sich das Publikum – und es gab langen Applaus für den besonderen Musiker und Brückenbauer.

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Von Mathias Klein

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