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Aus der Stadt Rektor Kemmling geht in den Ruhestand
Hannover Aus der Stadt

Rektor geht in Ruhestand: Abschied nach 36 Jahren Schuldienst

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18:08 10.02.2020
„Das System Schule und ich – das passte irgendwie“: Horst Kemmlin hat gemeinsam mit Eltern und Kollegen den Ruf der Egestorffschule in Linden-Süd aufpoliert. Quelle: Foto: Moritz Frankenberg
Linden-Süd

Für Horst Kemmling stand der Berufswunsch schon früh fest. Nachdem er sich von den Kindheitsträumen Taucher und Lokomotivführer und dem Ziel, Journalist zu werden, verabschiedet hatte, wusste er, dass er Lehrer werden wollte. „Das System Schule und ich – das passte irgendwie, ich bin immer gern zur Schule gegangen“, sagt er. Nach insgesamt 36 Jahren im Schuldienst ist der Rektor der Egestorffgrundschule zum Halbjahreswechsel nun in den Ruhestand gegangen.

„Linden? Ich war nie woanders!“

Er blieb dabei Linden treu: Ich war nie woanders“, sagt Kemmling lachend. Hier hat er die Grundschule besucht, war später auf der Realschule Im Fössefeld, dann auf der Humboldtschule, hatte Lateinunterricht an der Helene-Lange-Schule. Als Student jobbte er in der Kita Am Tannenkamp in Vinnhorst und merkte, dass ihm die Arbeit als Förderschullehrkraft mehr lag als die eines Gymnasiallehrers.

Ehe er an die Egestorffschule wechselte, hat Horst Kemmling viele Jahre lang die Ihmeschule, eine Schule für Kinder mit Lernproblemen, geleitet. Als diese 2011/2012 im Zuge der Inklusion geschlossen wurde, wechselte er an die Egestorffschule. Zuvor hatte er beide Standorte gemeinsam geführt. „Noch einmal eine Förderschule abwickeln, das wollte ich nicht.“ Überhaupt sei es gar keine so schlechte Idee, dass Sonderpädagogen auch an der Spitze von Grundschulen stehen, meint der 63-Jährige. Beide Seiten würden voneinander profitieren. Schließlich habe er auch als Förderschulleiter oft mit Grundschulen kooperiert.

Hinter dem Gedanken der Inklusion, dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap, steht Kemmling voll und ganz. Dass man aber über Förderschulen zugleich gesagt habe, die seien schlecht und müssten weg, hält er für ungerecht: „Wenn man die Förderschulen für emotional-sozialen Förderbedarf abschafft, dann explodiert das System Grundschule“, sagt er mit Nachdruck. Die Regelschulen hätten viel zu wenig Ressourcen. Das Lernen in kleinen Gruppen an Förderschulen sei für manche Kinder genau richtig.

Lob für engagierte Kollegen

Kemmling schwärmt von dem engagierten Kollegium an der Egestorffschule, den lebhaften, herzlichen Kindern, von dem Ganztagsprogramm, das der Kooperationspartner, das Diakonische Werk, auf die Beine stellt. Seine Arbeit nennt er „anstrengend und spannend gleichermaßen“, Routine komme keine auf. Der Job sei sehr befriedigend. „Morgens, wenn die Kinder gut gelaunt in die Schule kommen oder wenn ihre Augen stolz leuchten, weil sie etwas verstanden haben, geht mir immer das Herz auf.“

Image hat sich gewandelt

Vor zehn Jahren noch hatte die Schule keinen guten Ruf. Das Etikett Brennpunktschule habe manche Familien abgeschreckt, ihre Kinder dort hinzugeben, sagt Kemmling. „Die Schule war kein Abbild mehr des Stadtteils.“ Das Image hat sich geändert: „Gemeinsam mit den Eltern haben wir viel dafür getan“, meint der Rektor und möchte an diesem Kapitel aus der Vergangenheit auch gar nicht mehr viel rühren: „Wir sind einfach nur eine ganz normale Grundschule in Linden-Süd.“ Das Leistungsniveau sei gut: Viele Kinder wechselten nach Klasse 4 aufs Gymnasium und seien dort erfolgreich.

Mit 63 Jahren ist Horst Kemmling zum Halbjahreswechsel vorzeitig in den Ruhestand gegangen. Er möchte seine Frau, die Nordirin ist und auch dort lebt, nicht immer nur in den Schulferien sehen. Überhaupt will der passionierte Rugbyspieler – „natürlich bei Victoria Linden“ – viel reisen, nach Südafrika, Neuseeland, Australien. Es sei Zeit, die Leitung der Egestorffschule in jüngere Hände zu legen, sagt er. Und sein potenzieller Nachfolger Gero Tanner, zurzeit stellvertretender Schulleiter, steht auch schon in den Startlöchern.

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Von Saskia Döhner

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