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Aus der Stadt Investor plant Vier-Sterne-Hotel im historischen Poelzig-Bau
Hannover Aus der Stadt

Rettung für Baudenkmal : Investor plant Hotel im historischen Poelzig-Bau

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00:18 15.06.2019
Bekommt eine Zukunft als Hotel: der denkmalgeschützte Poelzig-Bau an der Beneckeallee. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Eines der wichtigsten Baudenkmale Hannovers ist gerettet: Die Stadt hat den historischen Poelzig-Bau am Mittellandkanal verkauft. Investor Vladimir Reger will aus dem expressionistischen Backsteinbau in Vinnhorst ein Vier-Sterne-Hotel machen. Die hannoversche Bexor GmbH betreibt im Stadtteil bereits ein kleines Fachwerk-Hotel. Nun plant Reger ein gehobenes Haus mit 70 Betten für Geschäftsleute. „Wir wollen uns erweitern und haben lange an dem Projekt gearbeitet“, betont der Mitgeschäftsführer der Immobilienfirma.

Architektonisches Schmuckstück

Das Gebäude des Werkbund-Architekten Hans Poelzig zählt trotz seiner Lage im Gewerbegebiet zu den architektonischen Schmuckstücken Hannovers. „Das Haus ist ein international wichtiges Denkmal. Es ist schade, dass es so lange leer stand“, sagt Reger. Poelzig hatte das Haus an der Beneckeallee 1923/24 als Verwaltungsgebäude für die Firma Gebrüder Mayer entworfen. Seit 1938 ist es im städtischen Besitz, diente zeitweise als Altenheim und Hilfskrankenhaus. Zuletzt sollen Polizei oder Rettungskräfte das Gelände zwischenzeitlich für Übungen genutzt haben. Den langen Leerstand und zunehmenden Verfall des Baudenkmals haben Fachleute und Bürger mehrmals kritisiert.

Erbaut in den Zwanzigerjahren – als Verwaltungsgebäude der Gebrüder Meyer. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1989. Quelle: HAZ

Denkmalschutz erfordert hohe Investitionen

Allerdings hatte die Stadt Probleme mit der Vermarktung. Der Denkmalschutz erfordert hohe Investitionen, gleichzeitig sind die Nutzungsmöglichkeiten angesichts der Lage des Gebäudes eng begrenzt. Dauerhaftes Wohnen ist in dem Gebiet nicht zulässig, ein Hotel jedoch vorstellbar. Die Stadt hatte mit mehreren Interessenten Gespräche geführt. In den Verhandlungen hat die Bexor GmbH das überzeugendste Nutzungs- und Sanierungskonzept.

Lage ist Ideal

„Für uns ist die Lage ideal“, betont Reger. Die benachbarte S-Bahn-Linie führt zu Flughafen, Hauptbahnhof und Messe. Die Bexor GmbH hat bereits für ihr kleines Hotel „Alt-Vinnhorst“ ein altes Gebäude, in diesem Fall ein Fachwerkhaus, sanieren lassen. Dort steigen vor allem Handwerker auf Montage ab. Nun zielt Reger als Kundschaft auf Gäste der zahlreichen großen Betriebe in der Umgebung ab.

Stadt lässt nur bestimmte Architekten zu

Die Stadt hat den neuen Inhabern im Kaufvertrag strenge Auflagen gesetzt. „Es sind nur bestimmte Architekten zugelassen, die sich mit den Denkmalschutzauflagen auskennen“, berichtet Reger. Er will die historische Fassade und Eingangshalle wiederherstellen und das Gebäude auch energetisch sanieren. Die Bexor GmbH investiert rund 5 Millionen Euro in Kauf und Sanierung. „Wir müssen wegen der Altlasten auch Boden abtragen.“ Reger will mit den Planungen das Büro Koch Panse beauftragen, die bereits für die Stadt ein Nutzungskonzept des Gebäudes entwickelt hatten. Darauf will der neue Eigentümer aufbauen.

Bauvoranfrage positiv beschieden

„Wir freuen uns, dass dem Haus jetzt eine sehr positive Perspektive bevorsteht. Mit dem Vorhaben werden das Areal und die Umgebung revitalisiert und deutlich aufgewertet“, sagt Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Mit einer Bauvoranfrage ist das Vorhaben mit den Planungsbehörden abgestimmt und positiv beschieden.

Von Bärbel Hilbig

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