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Aus der Stadt Wer soll SPD-Fraktion im Rat führen?
Hannover Aus der Stadt Wer soll SPD-Fraktion im Rat führen?
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06:03 22.02.2019
Christine Kastning, hier bei ihrer Haushaltsrede im Rat, führt die SPD-Ratsfraktion seit 2006. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die SPD, noch immer stärkste politische Kraft im hannoverschen Rat, wählt Ende März turnusgemäß einen neuen Fraktionsvorstand. Erneut stellt sich die langjährige Vorsitzende Christine Kastning zur Wahl, doch ob sie die nötige Mehrheit bekommt, ist keinesfalls sicher. Denn hinter den Kulissen brodelt es, manche Genossen wünschen sich eine personelle Erneuerung, doch Gegenkandidaten gibt es bisher nicht – zumindest nicht offiziell.

Kastning fordert fairen Wettbewerb

Auf den Rathausfluren ging in den vergangenen Wochen das Gerücht um, dass die SPD-Ratsfraktion ihre langjährige Chefin auflaufen lassen wolle. Kastning sollte die Mehrheit verweigert werden, um im zweiten Wahlgang einen neuen Kandidaten aufzustellen, etwa den bisherigen Fraktionsvize Lars Kelich. Solche Überlegungen kamen auch Kastning zu Ohren. Nach Informationen der HAZ startete sie kürzlich in einer Fraktionssitzung einen Gegenangriff und forderte ihre Genossen auf, in einen fairen Wettbewerb mit offenem Visier zu treten. Dafür erntete sie viel Applaus, und bisher hat niemand offiziell seinen Hut in den Ring geworfen.

Kastning gibt sich gelassen. „Wenn Menschen schon ein paar Jahre im Amt sind und wiedergewählt werden wollen, bleiben solche Vorgänge nicht aus“, sagt sie. Das geschehe auch in anderen Parteien. Sie sehe jedoch keinen Anlass für personelle Veränderungen an der Fraktionsspitze – im Gegenteil: „Ich will mich weiterhin für die Stabilität des Bündnisses mit Grünen und FDP einsetzen.“ Die Partnerschaft im Rat sei kein Selbstzweck, sondern ein Bündnis für eine verantwortungsvolle Politik. „Es ist auch die richtige Konstellation für die Themen der SPD: Wohnungsbau, Bildung und Integration“, sagt die Fraktionschefin.

Wechselstimmung oder Festhalten am Bewährtem?

Seit 2006 lenkt Kastning die Geschicke der SPD-Ratsfraktion. 2013 wollte die Bankerin in die Landespolitik wechseln, konnte sich aber beim parteiinternen Kampf um eine Landtagskandidatur nicht durchsetzen. Trotz jahrelanger Basisarbeit verlor Kastning das Duell gegen Politik-Neuling Thela Wernstedt. Kastning setzte ihre ehrenamtliche Arbeit als Ratsfraktionschefin fort und schmiedete nach der Kommunalwahl 2016, bei der die SPD fast sechs Prozent der Stimmen verlor, ein neues Mehrheitsbündnis.

Innerhalb der Ratsfraktion sind die Meinungen über die Fraktionsführung geteilt. Manche sind der Ansicht, Kastning zeige zu wenig Profil nach außen und verlege sich zu sehr auf die Moderation widerstreitender Interessen innerhalb ihrer Fraktion. „Ich nehme durchaus eine Wechselstimmung in der Fraktion wahr“, sagt ein Genosse. Ein anderer meint, dass eine nüchterne und erfahrene Analytikerin wie Kastning genau die richtige Führungskraft in unsicheren Zeiten sei.

Von Andreas Schinkel

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