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Aus der Stadt Bildhauer Emil Cimiotti ist tot
Hannover Aus der Stadt

Schöpfer des "Blätterbrunnens": Bildhauer Emil Cimiotti ist tot

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15:43 14.10.2019
Schöpfer und Werk: Emil Cimiotti vor seinem „Blätterbrunnen“ in Hannover. Quelle: HAZ-Archiv
Hannover

Normalerweise sind Blätter im Wasser nicht so gern gesehen. Bei diesen Blättern ist das allerdings ganz anders. Der „Blätterbrunnen“ an der Ecke von Ständehausstraße und Karmarschstraße in der Innenstadt gehört zu den Wahrzeichen Hannovers. Jetzt ist sein Erschaffer, der Bildhauer und Maler Emil Cimiotti, im Alter von 92 Jahren gestorben. Cimiotti, der in Wolfenbüttel wohnte, erlag am Sonntagabend den Folgen einer längeren Erkrankung.

Das Schwere ganz leicht

Cimiotti, 1927 in Göttingen geboren, zeigt mit seinen Blätterbrunnen – von denen einer auch direkt vor dem Staatstheater in Braunschweig steht –, das seine Skulpturen keine Abbildungen von etwas sind, sondern merkwürdige Schöpfungen, die das Schwere ganz leicht und das Tote ganz lebendig erscheinen lassen. Seinen Werken ist immer eine abenteuerliche Flächigkeit inne, er spielt mit dem Aufbrechen der Form, verblüfft mit der wechselnden Akzentuierung von Innen- und Außenwelten und ermöglicht vielfältige Blick unter die Oberfläche.

In Göttingen hat der Künstler bei einer Ausstellungseröffnung zu seinem 90. Geburtstag (zu dem er auch im Sprengel-Museum Hannover gewürdigt wurde) gesagt, dass er früh in den Fünfzigerjahren schon wusste, dass er andere Skulpturen schaffen wollte, als die, die bis dahin üblich waren: „Ich will anderes als die normalen Plastiken. Ich will weg von endlichen Stand- und Spielbeinproblemen.“

Emil Cimiotti im Jahr 1995. Quelle: Archiv

Der Kunstmarkt schätzte diese Haltung: Cimiotti nahm mehrfach an der Documenta in Kassel teil, er stellte auch auf der Biennale in Venedig aus. Und er hat viele Künstler maßgeblich beeinflusst. Denn 1963 war er Gründungsmitglied der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, wo er bis zu seiner Pensionierung als Professor für Bildhauerei tätig war.

Verweis wegen Arroganz

Zu seinem 90. Geburtstag erzählte der Künstler auch von seiner ersten Begegnung mit Kunst, die er als Kind beim Betrachten von Aquarellen im Schaufenster einer Farbenhandlung in der Göttinger Gotmarstraße hatte. Als junger Mann hat Cimiotti Kriegserfahrungen sammeln müssen: Er war Flakhelfer, Soldat an der Ostfront und kam am Ende in britische Kriegsgefangenschaft. Danach absolvierte er eine Lehre als Steinmetz, nahm Zeichenunterricht und studierte an der Kunstakademie Stuttgart und an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er allerdings bereits nach zwei Monaten aus der Klasse gewiesen wurde. Die Begründung: mangelnde Begabung und Arroganz.

Der Blätterbrunnen am Kröpcke-Center. Quelle: Tim Schaarschmidt

Um 1955 entstehen erste Bronzen nach dem Prinzip des Wachsausschmelzverfahrens. Dem Wachs bleibt er treu, bis ins hohe Alter wendet er das Verfahren an. Aber er arbeitet auch mit Gazetüchern, die er in Wachs taucht. In seinem Spätwerk wendet sich Cimiotti dem Papier zu. Das gestaltet er jedoch so, dass durch Faltungen skulpturale Werke entstehen.

Interesse am Prozess

Dietrich H. Hoppenstedt, ehemaliger Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, ist ein großer Verehrer der Kunst Emil Cimiottis. Anlässlich der Ausstellungseröffnung im Sprengel-Museum zum 90. Geburtstag des Künstlers sagte er: „Er formte sich seine eigene Figürlichkeit – und nicht als etwas klar Geplantes. Nein, ihn interessierte sehr der Prozess, das Werden eines Kunstwerkes, gleichsam als Spiegelbild der Schöpfung dieser Welt.“

Nicht nur bei der Betrachtung von Cimiottis „Blätterbunnen“ ist dieses Interesse am Werden zu beobachten.

Von Ronald Meyer-Arlt

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