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Aus der Stadt Tausende Schüler demonstrieren in Hannover
Hannover Aus der Stadt Tausende Schüler demonstrieren in Hannover
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22:07 15.02.2019
Auf die Straße statt in die Schule: Jugendliche demonstrieren am Kröpcke für mehr Klimaschutz. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Mehrere Tausend Schüler haben sich am Freitagmittag am Kröpcke zu einer Demonstration für mehr Klimaschutz versammelt. Statt in die Schule zu gehen, protestierten sie in der Innenstadt von Hannover gegen die Klimaschutzpolitik der Erwachsenen.

Fridays for Future

Die Versammlung ist Teil der mittlerweile europaweiten Bewegung Fridays for Future. Ausgelöst hatte die Proteste die 15-jährige Schülerin Greta Thunberg aus Schweden. Die Bewegung findet inzwischen durchaus Gehör. Ministerpräsident Stephan Weil traf sich kürzlich mit einer Delegation der Schüler in der Staatskanzlei.

Vom Kröpcke bis zum Landtag

Am Freitag hatten sich die Schüler in Hannover zunächst am Kröpcke versammelt und zogen dann begleitet von einer Samba-Gruppe der GEW friedlich über den Platz der Weltausstellung und durch die Osterstraße bis zum Neuen Rathaus. Dabei zeigten sie, wie aktiver Klimaschutz funktioniert: Statt eines Lautsprecherwagens hatten die Jugendlichen einen Lautsprecher-Lastenfahrrad dabei. „Dass es inzwischen auf unserem Planeten viel zu warm ist, merkt gerade heute jeder: Es ist Mitte Februar und wir stehen hier im T-Shirt“, sagt Nike von der IGS Linden. Sie und ihre Freundinnen haben für die Demo eine Entschuldigung von ihren Eltern erhalten. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandieren die Teilnehmer des Protestzuges, und „Kohle stoppen, Klima retten“. „Wir setzen heute erneut ein starkes Zeichen“, sagt Lou Töllner. Die Schülerin der Schillerschule ist eine der Organisatorinnen des Protestes.

Tausende Schüler sind am Freitag in Hannover für eine bessere Klimaschutzpolitik auf die Straße gegangen. Vom Kröpcke über das Neue Rathaus bis zum Landtag ging der Demonstrationszug.

„Kohleausstieg sofort!“

„Kohleausstieg sofort!“ oder „Kohle nur zum Grillen“ stand auf selbst gemalten Plakaten, die die Schüler in die Höhe hielten. Um kurz nach 13 Uhr stoppten die Jugendlichen am Rathaus zu einer Zwischenkundgebung. Dort trat Timon Dzienus von der Grünen Jugend ans Mikrofon. 17 der insgesamt 18 wärmsten Jahre seien im 21. Jahrhundert gemessen worden, sagte der Student. „Damit ist klar: Nicht ihr müsst eure Hausaufgaben machen, sondern die Verantwortlichen und die Politiker“, sagte er.

Stadtspitze lässt sich nicht blicken

Von der Stadtspitze lies sich zur Enttäuschung der jungen Leute niemand blicken – Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) nicht, Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) nicht und auch sonst niemand aus der Dezernentenriege. Nur Bürgermeister Thomas Herrmann lugte kurz vom Rathausbalkon, einige Ratspolitiker der Linken waren da.

Abschlusskundgebung auf dem Platz der Göttinger Sieben

Vom Rathaus zog der Tross gegen 13.40 Uhr weiter zum Landtag, wo es eine Abschlusskundgebung geben sollte. Die Schüler gaben die Teilnehmerzahl mit 3000 an. Gegen 14 Uhr löste sich die Demonstration auf dem Platz der Göttinger Sieben langsam auf. Auch aus dem Landtag ließ sich kein Politiker blicken – allerdings ist auch keine Sitzungswoche. Viele Abgeordnete befinden sich in ihren Wahlkreisen.

Weltweiter Schülerstreik am 15. März

Nach Polizeiangaben nahmen an der Demonstration etwa 2650 Schülerinnen und Schüler teil – etwas mehr als vor einem Monat. In vier Wochen sollen es dann noch einmal mehr werden: Für die 15. März hat die Bewegung Fridays for Future einen weltweiten Schülerstreik angekündigt.

Von Tobias Morchner und Karl Doeleke

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