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Aus der Stadt Alles einfacher? Neues Preissystem für Bus und Bahn
Hannover Aus der Stadt Alles einfacher? Neues Preissystem für Bus und Bahn
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00:18 17.02.2019
Die Fahrkartenautomaten müssen bald umgerüstet werden. Quelle: dpa
Hannover

Die seit längerem angekündigte Tarifreform im Bus- und Bahnverkehr in der Region Hannover wird umfangreicher als bisher bekannt. Der Großraum Verkehr Hannover (GVH) als Zusammenschluss der Verkehrsunternehmen will vom 1. Januar 2020 an nicht nur dem Wirrwarr bei den Tarifzonen ein Ende bereiten, sondern unter anderem auch eine kostenlose Netzkarte für Schüler einführen.

Erste Reform seit mehr als 20 Jahren

Das derzeitige Tarifsystem existiert in seinen Grundlagen seit 1997 und war seitdem ständig in der Kritik. „Es gab politische Ängste, Angebote für bestimmte Nutzergruppen teurer zu machen und außerdem unterschiedliche Positionen der Unternehmen im GVH“, nennt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region, die Gründe, warum die Überarbeitung erst jetzt kommt. „Wir gehen auf Trends ein und machen das Fahrkartenangebot übersichtlicher“, kündigt er an.

Von der jetzt anstehenden Reform sind außer Schülern vor allem die 180.000 Kunden betroffen, die Monatskarten kaufen. Rund 110.000 von ihnen besitzen ein Abonnement. Nach Berechnungen des GVH ändert sich für etwa 60 Prozent dieser Nahverkehrsnutzer nichts, für 31 Prozent wird das Bus- und Bahnfahren künftig sogar etwas preiswerter. Bis zu zwei Prozent der Monatskartenbesitzer werden dagegen draufzahlen – um zehn Prozent und mehr. Für die Region selbst, die den Nahverkehr finanziert, wird die Tarifreform laut Franz fast aufkommensneutral. Lediglich die Schülernetzkarten subventioniert sie mit zusätzlichen 50.000 Euro.

Schüler fahren überall umsonst

Die bisherige Schulcard für Schüler der Klassen eins bis zehn, deren Schulweg länger als zwei Kilometer ist, ersetzen die Reformer durch eine Ganzjahres-Netzkarte. Sie bietet dieselben Möglichkeiten wie die Jugendnetzkarte zum Preis von 15 Euro, ist aber für die Schüler kostenlos. Sie können künftig mit der Karte im gesamten Tarifgebiet des GVH unterwegs sein und sie auch in den Sommerferien nutzen. Durch die Vereinfachung haben die Schulsekretariate weniger Arbeit mit diesem Angebot. „Wir wollen Schüler möglichst früh an den Nahverkehr gewöhnen“, sagt Franz.

Künftig überall drei Tarifzonen

Zu den größten Ärgernissen bisher zählt, dass es bei den Tageskarten drei Zonen gibt, bei den Monatskarten aber vier. Das wird nun auf das Dreiersystem angeglichen; die bisherigen zwei Zonen in der Stadt Hannover werden zu einer zusammengefasst. Dadurch zahlen jene Bus- und Bahnreisende künftig höhere Kosten für ihre Monatskarte, die aus den Zonen „Umland“ oder „Region“ in die derzeit noch vorhandene Zone Hannover 2 fahren. „Dafür gilt ihre Monatskarte dann aber auch im gesamten Stadtgebiet“, erklärt Franz.

Neue Monatskarte für das Umland

Neu ins Angebot des GVH kommt eine Monatskarte, die ausschließlich für Fahrten gilt, die nicht das Stadtgebiet Hannovers berühren. Dieses Angebot sei preislich sehr viel attraktiver als bisherige Zeitkarten und soll die bisher schwache Nachfrage in diesem Bereich ankurbeln, teilt der GVH mit. Die Karte kosten für eine Zonen 35 Euro und für zwei Zonen 50 Euro.

Zusätzliches Angebot für Firmen

Firmen- und Sammelbestellerabonnements gelten bisher nur im GVH-Tarifgebiet – „obwohl wir eine verstärkte Nachfrage auch aus benachbarten Landkreisen hatten“, wie GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern sagt. Beide Angebote kommen 2020 deshalb auch auf den Strecken des Regionaltarifs zum tragen – für S-Bahnen und Regionalzüge also, die etwa nach Hameln, Celle oder eine der anderen Stationen außerhalb des Regionsgebietes fahren. Damit will die Region mehr Pendler in die Züge locken.

GVH-App erhält Frischekur

Die Tarifreform muss noch von diversen Gremien beschlossen werden, was aber nicht das ganz große Problem sein dürfte. Erste positive Reaktionen aus der Politik liegen vor. Außerdem muss der GVH die Fahrkartenautomaten umrüsten und die Aushänge an den Stationen anpassen. Parallel dazu erhält die bisher behäbige GVH-App laut Mattern eine Frischekur. „Wir verbessern die Nutzeroberfläche, vereinfachen Registrierung und Kartenkauf und bieten auch die Monatskarte an“, verspricht der Geschäftsführer.

Von Bernd Haase

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