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Aus der Stadt Wie Hannovers Schulausschuss sich selbst blockiert
Hannover Aus der Stadt

Schüler ohne Schulplätze: Wie Hannovers Schulausschuss sich selbst blockiert

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13:31 22.08.2019
Fehlende Schulplätze bleiben in Hannover ein Problem. Quelle: Marijan Murat/dpa
Hannover

In Hannover wird es für Kinder, die die Schulform wechseln möchten, immer schwieriger, einen Platz an einer neuen Schule zu finden. Nicht nur die Oberschulen und die Gesamtschulen sind voll, auch die Realschulen in der Stadt haben in den Jahrgängen sechs bis acht keine freien Plätze mehr, um Kinder aufnehmen zu können, die beispielsweise vom Gymnasium oder einer Gesamtschule wechseln möchten.

Im Frühjahr war der Fall der 16-jährigen Mara öffentlich geworden, die drei Monate lang keinen Schulplatz hatte. Zu Beginn des neuen Schuljahres hatten wiederum viele Jugendliche keinen Platz gefunden. Erst nach Intervention des Kultusministeriums hatten am Abend des ersten Schultages nach den Sommerferien dann auch endgültig alle Kinder eine Zusage für einen Schulplatz bekommen.

Alle sind sich einig – und stehen sich selbst im Weg

Angesichts der wachsenden Probleme hatten die Grünen vorgeschlagen, Experten und Betroffene zu einer Anhörung in den Schulausschuss der Stadt einzuladen. Doch am Ende standen sich die Kommunalpolitiker selbst im Weg.

Die Hürden für eine Anhörung sind nicht hoch: Auch wenn nur ein Drittel der Ausschussmitglieder zustimmt, kann das Gremium die Expertenrunde beschließen. Einzige Voraussetzung: Es darf keine Gegenstimmen geben. Und im Grundsatz waren sich die Mitglieder auch einig. Doch für einen Beschluss hat es nicht trotzdem gereicht. Stattdessen verlor sich der Schulausschuss in einer Debatte über Formalitäten: Die einen stießen sich am Fachbegriff „Abschulungen“ und meinten, der Begriff „Schulformwechsler“ klinge besser. Die anderen wiederum führten Grundsatzdiskussionen darüber, ob es an Gesamtschulen Schulformwechsler geben dürfe. Abschulungen gehörten doch zum gegliederten Schulsystem.

So blockierte sich der Schulausschuss – wieder einmal – selbst. Eine Anhörung zu dem Thema wird es vorerst nicht geben. Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski muss weiter allein zusehen, wie die Stadt mit einem nahezu unlösbaren Problem umgeht. Denn wenn eine Schule sich weigert, weitere Schüler aufzunehmen, sind der Verwaltung die Hände gebunden.

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