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Aus der Stadt Jede vierte Familie in Hannover lebt in Armut
Hannover Aus der Stadt Jede vierte Familie in Hannover lebt in Armut
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00:25 25.02.2019
„Wir engagieren uns in der Inklusion mehr als Schulträger das üblicherweise tun“: Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski (rosa Pullover), daneben links Schulausschussvorsitzender Adam Wolf. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Etwa ein Viertel der Familien in Hannover lebt in Armut, oft sind es Alleinerziehende. Bei den Kindern ist der Anteil noch höher: Hier sind 28 Prozent arm. Hauptproblem ist der teure Wohnraum. In knapp der Hälfte der Familien hat mindestens eine Person ausländische Wurzeln. Anders als noch 2013, als etwa zwölf Prozent der Familien, meist die besserverdienenden Haushalte, aufs Land zogen, liegt die Abwanderungsquote jetzt nur noch bei 4,4 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der Einwohner um 3,3 Prozent gewachsen.

Bibliotheken und Sportvereine sollen familienfreundlich werden

Das geht aus dem Zwischenbericht der Empfehlungen zu familienpolitischen Leitlinien und Maßnahmen hervor, der am Mittwoch im Schulausschuss der Stadt vorgestellt worden ist. Die Stadt bemühe sich, für Familien immer attraktiver zu werden, hieß es. Bibliotheken seien familienfreundlicher gestaltet worden, besonders familienfreundliche Sportvereine sollen mit einem Siegel ausgezeichnet werden. Flüchtlinge mit schulpflichtigen Kindern sollen intensiv beraten, der Ganztagsausbau vorangetrieben werden. Mittlerweile sind 43 von 60 Grundschulen in der Stadt Ganztagsschulen.

Am nächsten Montag soll der Zwischenbericht zur Familienpolitik im Jugendhilfeausschuss noch einmal Thema sein. Bei den Schulpolitikern gab es dazu keinen Gesprächsbedarf, wie überhaupt alle strittigen Themen entweder von der Tagesordnung genommen wurden – wie der geplante Standort des 18. Gymnasiums – oder in die Fraktionen gezogen wurden.

Neun Monate, bis der Schulbegleiter genehmigt ist

In der Einwohnerfragestunde meldete sich eine dreifache Mutter zur aktuellen Debatte um die unzureichende Umsetzung der Inklusion zu Wort. Sie kritisierte, dass es zwischen sechs bis neun Monate dauere, bis der Kommunale Sozialdienst Kindern einen Schulbegleiter zugestehe. Das Verfahren sei sehr bürokratisch und ziehe sich ewig hin. Inzwischen müsse sie ihren Sohn, der eine dritte Klasse an einer Regelgrundschule besucht, nahezu jeden Tag schon nach der zweiten oder dritten Stunde abholen, weil er den Unterricht störe und die Lehrer überfordert seien.

Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski stimmte der Mutter zu, dass die Verfahren zur Vermittlung eines Schulbegleiters zu lange dauerten. Für die Kinder sei das verlorene Zeit, andererseits gehe es nicht ohne umfassende Gutachten. Die Stadt sei mit dem Kommunalen Sozialdienst in Verhandlungen, um den Prozess zu beschleunigen. Man versuche zu helfen, wo es nötig sei: „Wir engagieren uns in der Inklusion weitaus mehr, als es für Schulträger üblich ist“, sagte Rzyski.

Von Saskia Döhner

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