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Aus der Stadt Anbau für Lutherschule muss warten – obwohl Stadt Flüchtlingsheim auflöst
Hannover Aus der Stadt Anbau für Lutherschule muss warten – obwohl Stadt Flüchtlingsheim auflöst
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00:15 12.04.2019
Die Stadt löst die Flüchtlingsunterkunft am Engelbosteler Damm auf. Quelle: Foto: Frank Villegas
Nordstadt

Die Stadt löst nach rund drei Jahren die Flüchtlingsunterkunft am Engelbosteler Damm in Nähe der Kopernikusstraße auf. Die Container in Modulbauweise stehen auf dem Gelände der Lu­therschule und waren von Anbeginn an als vorübergehende Behausung gedacht, weil das Gymnasium absehbar mehr Platz braucht. Allerdings will die Stadt die Container zwar abräumen, mit dem geplanten Neubau jedoch noch warten.

Das Heim wird zum 31. Mai 2019 geschlossen. Die Stadt hatte für die Unterkunft Container umgebaut, die die Schule zuvor für den Unterricht genutzt hatte. Im April 2016 war diese Möglichkeit willkommen, viele Kommunen hatten angesichts des Flüchtlingszuzugs Probleme, Wohnmodule auf dem Markt zu bekommen. „Seit März laufen Gespräche mit den Bewohnern, um ihre Wünsche beim Umzug in andere Unterkünfte zu berücksichtigen“, berichtet Stadtbezirksmanager Stephan Kaczmarek. Das Heim am Engelbosteler Damm bietet Platz für 55 Menschen, Anfang April lebten dort noch 37 Flüchtlinge.

Neubau verzögert sich

Die Container werden voraussichtlich im Juni und Juli abgebaut. Die Stadt plant jedoch, mit den vorbereitenden Arbeiten für den Anbau der Lutherschule erst Mitte 2020 zu starten. Die Bauarbeiten beginnen nach bisherigem Stand Ende 2020, mit der Fertigstellung des Gebäudes ist 2022 zu rechnen. Zu den Kosten äußert sich die Verwaltung noch nicht, die Planungen haben erst kürzlich begonnen, heißt es.

Im Herbst 2018 sah der Zeitplan für den Schulbau noch optimistischer aus. Damals ging die Stadtverwaltung von einem zügigen Baustart aus. Ende 2021 sollte der Neubau zur Verfügung stehen. Dabei drängt an den Gymnasien die Zeit. Die Schulen brauchen wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren Platz für einen zusätzlichen Schülerjahrgang. Allerdings laufen die Prüfungen für den ersten G9-Jahrgang im Frühjahr 2021. Der Anbau wäre also auch nach dem alten Zeitplan nicht rechtzeitig fertig geworden.

Der Anbau mit Klinkerfassade und großen Fenstern entsteht nach einem Entwurf des Berliner Architekturbüros Kleyer.koblitz.letzel.freivogel. Das fünfgeschossige Gebäude bietet insgesamt 2000 Quadratmeter Nutzfläche. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sind Ganztags- und Kunstbereich angesiedelt, im zweiten und dritten Obergeschoss Jahrgangsstufen und im vierten Obergeschoss die naturwissenschaftlichen Fachräume. Mit dem Neubau wird das Gymnasium auch in die Lage versetzt, seine Außenstelle an der Grundschule An der Uhlandstraße aufzulösen und alle Schüler an den Hauptstandort An der Lutherkirche zu holen.

Kommentar: Improvisieren wird teuer

In den Schulen ist weiter Improvisation gefragt. Dieses Frühjahr macht der vorerst letzte Schülerjahrgang Abitur, der dafür nur zwölf Jahre zur Schule gegangen ist. Seine Nachfolger bleiben ein Jahr länger am Gymnasium. Und damit wird es ab Sommer 2020 eng, wenn die neuen Fünftklässler nachrücken. An den Gymnasien gibt es dann wieder neun Jahrgänge – von der fünften bis zur 13. Klasse. Das hat doch früher auch gepasst? Stimmt, allerdings machen viele Schulen inzwischen Ganztagsangebote, bieten Mittagessen und unterrichten teils auch Kinder mit Handicap. Für die Arbeit mit Kleingruppen und all die anderen Anforderungen brauchen die Schulen zusätzliche Räume. Doch die lassen auf sich warten. Ein Beispiel ist die Lutherschule, wo jetzt Platz für den notwendigen Anbau geschaffen wird. Dennoch sollen die Bauarbeiten erst ein Jahr später starten. Der Stadt fehlt schlicht das Geld für all die vielen Neubauten. Und so werden viele Gymnasiasten und auch andere Schüler in den nächsten Jahren in Containern lernen – oder Modulbauten, wie die Verwaltung das nennt. Das ist sicherlich für eine Weile akzeptabel, keine Frage. Aber auch die nun vielfach notwendige Improvisation kostet Geld.

Von Bärbel Hilbig

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