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Aus der Stadt Gymnasien verlieren 300 Schüler – die meisten an die IGSen
Hannover Aus der Stadt Gymnasien verlieren 300 Schüler – die meisten an die IGSen
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00:16 23.02.2019
Die Mischung stimmt nicht mehr: Immer mehr Schüler scheitern am Gymnasium, die Gesamtschulen monieren, dass sie nicht nur Schulformwechsler, sondern auch darüber hinaus Förderschüler aufnehmen müssen. Quelle: dpa
Hannover

Die Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Hannover tragen nach eigenem Bekunden nicht nur die Hauptlast bei der Inklusion lernschwacher Kinder, sondern müssen auch noch die meisten Schulformwechsler aufnehmen. Pro Schuljahr sind das zwischen 460 und 588 Schüler, teilt die Stadt mit. Allein im 5. Jahrgang an den Gymnasien hatte es zuletzt rund 120 Wiederholer gegeben. Wer eine Klasse auch im zweiten Anlauf nicht schafft, muss die Schulform wechseln. Im vergangenen Schuljahr hatten knapp 300 Schüler das Gymnasium verlassen, etwa jeder Zweite wechselte zu einer IGS, ein knappes Drittel zur Realschule. 112 Kinder verließen die Gesamtschule, die meisten (44) gehen jetzt auf eine Oberschule, die anderen zu Realschulen oder Gymnasien. Die Realschulen wiederum gaben 133 Schüler ab, 67 davon an eine IGS.

Wie es in einer Antwort der Stadt auf eine Ratsanfrage der CDU heißt, entfallen 52 Prozent der Abgänge auf Gymnasien, 24 Prozent auf die Realschulen sowie 20 Prozent auf die IGSen. Die meisten Zugänge verzeichneten im Gegensatz zum Vorjahr im Schuljahr 2018/19 die Integrierten Gesamtschulen mit einem Anteil von 42 Prozent, gefolgt von Realschulen mit 30 und Oberschulen mit 18 Prozent.

„An den IGSen stimmt die Schülermischung nicht mehr“

Gesamtschulen, die nach der Anwahl der Eltern nicht voll würden, bekämen ohne Rücksicht auf die Schülermischung Förderkinder und Schulformwechsler zugeteilt, kritisiert Michael Bax, Sprecher der hannoverschen IGSen. Oft sind dies Standorte in sozialen schwierigen Stadtteilen ohne Oberstufe. Wenn die Mischung von leistungsstarken und leistungsschwächeren Kindern nicht mehr stimme, könne man dem Bildungsauftrag einer IGS nicht mehr gerecht werden, warnt Bax.

Hannover muss das Problem der Schulformwechsler endlich lösen“, sagt Stefan Politze, schulpolitischer Sprecher der SPD im Landtag, eine wirkliche Antwort habe die Stadt darauf noch nicht gefunden. Neben dem 18. Gymnasium, über das Hannover derzeit seit Monaten heftig streitet, wird es wohl noch eine zweite neue weiterführende Schule geben müssen.

CDU fordert eine neue, moderne Realschule

Die CDU in der Stadt hatte eine neue moderne Realschule gefordert, war mit ihrem Antrag aber gescheitert: „Wenn wir den Eltern ein attraktives Angebot machen, dann werden sie sich dafür entscheiden, anstatt ihr Kind auf ein Gymnasium zu schicken“, ist Stefanie Matz, Bildungsexpertin der Union, überzeugt. Auch das Bündnis für eine Modellschule in Hannover möchte gerade in sozialen Brennpunkten ein Leuchtturmprojekt schaffen. So würden vielleicht der Anteil der Schüler sinken, die auf Gymnasien scheitern. Ein Hauptkritikpunkt gegen das 18. Gymnasium ist das Argument, dass die Schule in den unteren Jahrgängen voll sei, aber ab Jahrgang 7 wieder Schüler verliere.

Von Saskia Döhner

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