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Aus der Stadt Rektoren reagieren erleichtert auf Rücknahme der Sparpläne
Hannover Aus der Stadt Rektoren reagieren erleichtert auf Rücknahme der Sparpläne
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17:59 08.03.2019
Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter wie hier an der Grundschule Stammestraße leisten wertvolle Arbeit.
Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter wie hier an der Grundschule Stammestraße leisten wertvolle Arbeit. Quelle: HAZ (Archiv)
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Hannover

Nachdem die Stadt ihre Pläne zur Streichung von Schulsozialarbeiterstellen an fünf Grundschulen zurückgenommen hat, zeigen sich die Schulleiter erleichtert. „Wir freuen uns sehr“, sagt Sandra Wolbers, kommissarische Leiterin der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld. Man sei zunächst sehr entsetzt ob der Sparpläne gewesen. Auch die Rektorin der Schule Am Stöckener Bach, Hille Wittenberg, zeigte sich erleichtert. „Wir sind sehr froh, dass durch das gemeinsame Auftreten der Schulen, die Unterstützung der Elternschaft und Gespräche mit Politikerinnen und Politikern dieser Schritt abgewendet werden konnte.“ Die städtische Schulsozialarbeit sei ein sehr niedrigschwelliges Angebot für Kinder und Familien, das ihnen durch die Wohnortnähe entgegenkomme. Über die Jahre sei sehr viel Vertrauen aufgebaut worden, betonte Wittenbeg, das sei aber an eine Person gebunden. Sozialarbeiter im Landesdienst hätten diese Arbeit nicht auffangen können.

Alle betroffenen Grundschulen liegen in ärmeren Vierteln

Von den Sparplänen wären ursprünglich die Grundschulen Fuhsestraße, Beuthener Straße, Alemannstraße, Am Stöckener Bach und Fichterschule betroffen gewesen, allesamt Schulen in ärmeren Stadtteilen. „Es ist unerlässlich, dass gerade die Grundschulen mit besonderen Herausforderungen die schulische Sozialarbeit in vollem Umfang erhalten“, betont auch Afra Gamoori, Schulexpertin der SPD im Stadtrat. Ähnlich äußern sich der Schulausschussvorsitzende Adam Wolf (Piraten), Stephanie Matz (CDU), Silvia Klingenburg-Pülm (Grüne), Dirk Machentanz (Linke) und Andreas Bingemer (FDP). Der Liberale erinnerte aber auch daran, dass auch die Sparvorgaben aus dem Haushaltskonsolidierungsprogramm eingehalten werden müssten.

Schulsozialarbeit ist seit 2016 auch vermehrt Ländersache. Das Land will in den nächsten drei Jahren 200 weitere Schulsozialarbeiter einstellen, 2021 sollen es 1200 Sozialpädagogen an 1100 Schulen sein, wie Bianca Schöneich von der Landesschulbehörde erklärte. In der Stadt Hannover stellt das Land schon in diesem Jahr 17 weitere Sozialarbeiter ein, meist an Grundschulen, aber auch an der Goetheschule, der Realschule Misburg, der berufsbildenden Alice-Salomon-Schule und der Förderschule Auf der Bult.

Von Saskia Döhner