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Aus der Stadt Experten warnen: Viele Kinder sind ungeeignet für das Gymnasium
Hannover Aus der Stadt

Schulstart 2019: Gymnasien sind bei Eltern Nummer 1

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08:00 14.08.2019
Die meisten Kinder wechseln nach der Grundschule an ein Gymnasium, doch nicht alle sind dort richtig. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Immer mehr Eltern in Niedersachsen schicken ihre Kinder aufs Gymnasium – doch nicht alle Kinder sind dort gut aufgehoben. Es gibt zahlreiche kritische Stimmen am anhaltenden Trend zum Gymnasium. Der Philologenverband etwa warnt seit geraumer Zeit davor, dass die Qualität des Abiturs sinken könnte.

Alle Eltern, die ihr Kind am Gymnasium anmeldeten, wollten auch, dass es dort sein Abitur mache, sagte Verbandschef Horst Audritz der HAZ. Aber seit die verbindliche schriftliche Laufbahnempfehlung am Ende von Klasse 4 abgeschafft worden sei, würden auch viele Kinder aufs Gymnasium geschickt, die dort überfordert seien. Tatsächlich verlassen auch etliche Schüler das Gymnasium wieder und wechseln an die Real- oder Oberschulen.

Sinkt damit auch das Niveau an Oberschulen?

Es sei bedauerlich, sagt auch Torsten Neumann vom Verband der Niedersächsischen Lehrkräfte, dass in den Gymnasialklassen einige Kinder säßen, die überfordert seien, während an den Oberschulen gleichzeitig die leistungsstärkeren Kinder als Vorbilder fehlten.

53 Prozent wollen in Hannover aufs Gymnasium

In Hannover ist der Ansturm auf die Gymnasien besonders stark, hier haben sich 53,1 Prozent der Fünftklässler für diese Schulform entschieden. An Integrierten Gesamtschulen wurden 34,4  Prozent der Fünftklässler angemeldet. Damit liegt der IGS-Anteil in Hannover mehr als doppelt so hoch wie im Landesschnitt, hier ging der Anteil der IGS-Schüler im 5. Jahrgang leicht zurück auf 16,1 Prozent

„Was Hochschulreife heißt, wissen viele Eltern nicht“

Wolfgang Schimpf von der Vereinigung niedersächsischer Gymnasialdirektoren sagt, viele Familien entschieden sich für das Gymnasium, weil es für sozialen Aufstieg stehe. „Was die Ziele vertiefte Allgemeinbildung und allgemeine Hochschulreife konkret meinen, wissen viele Eltern aber nicht“, sagt Schimpf. So seien sie dann oft überrascht davon, dass der Unterricht zunächst gar nicht berufsbezogen und nicht unbedingt an ökonomischen Bedarfen orientiert sei.

Hauptschule verliert weiter

Von den gut 70.000 Schülern, die in ganz Niedersachsen zum Schuljahr 2018/2019 die Grundschule verließen und auf eine weiterführende Schule gingen, wechselten laut Kultusministerium 43,6 Prozent zum Gymnasium. Das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und 1,2 Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.

Zweitbeliebteste Schulform im Land sind die Oberschulen, in denen Haupt- und Realschule zusammengefasst sind. Sie kommen auf einen Anteil von 21,9 Prozent (ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Gleichzeitig nimmt der Anteil der Hauptschule stetig ab: Im ausgehenden Schuljahr wurde dieser Schultyp nur noch von 3,7 Prozent der Grundschüler gewählt, das war im Vergleich zum Jahr davor ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte.

Für Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sind die Werte ein Beleg dafür, dass die Schullandschaft gut aufgestellt ist: Weder müssten neue Schulformen hinzukommen noch andere abgewickelt werden.

Kritik aus der Politik

„Das Gymnasium hat keine Glücksgarantie“, sagt dagegen der Landtagsabgeordnete Björn Försterling (FDP). Gerade in den nichtakademischen Berufen sei die Nachfrage nach Azubis groß, deshalb sollten Eltern versuchen, möglichst objektiv die richtige Entscheidung für ihr Kind zu treffen. Julia Willie Hamburg (Grüne) betont, Eltern würden das Gymnasium wählen, weil sie die Sorge hätten, dass ihre Kinder ohne Abitur abgehängt würden. Man müsse ihnen verdeutlichen, dass auch ohne Abitur erfolgreiche Berufswege offenstehen.

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Von Saskia Döhner

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